Prof. Dr. Klaus Zierer über gute (Lehrer)bildung

Shownotes

In dieser Folge ist Dr. Klaus Zierer zu Gast. Er ist Professor und Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik an der Universität Augsburg und hat kürzlich gemeinsam mit Harald Lesch das Buch „Gute Bildung sieht anders aus“ veröffentlicht. In dieser Podcastfolge sprechen die Hosts mit unserem Gast über den in Verruf geratenen Leistungsbegriff, über die Anerkennung aller Schularten und aller Schulabschlüsse und die Bedeutung dessen für den Einzelnen und die Gesellschaft. Prof. Zierer teilt außerdem seine Sicht auf bildungspolitische Reformversuche, die falsche Zielsetzung in der Lehrerausbildung, seinen Wunsch nach mehr Visionären in den Reihen der Lehrkräfte und vor allem eins: mehr Zeit in allen Bildungsbereichen! Hören Sie rein in ein ehrliches Gespräch, das interessante Ansätze für zukunftsfähige Bildung an Schulen und Universitäten aufzeigt.

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00:00:00: [Musik]

00:00:06: Pausengong, der Bildungspodcast der KALG Bayern.

00:00:10: [Musik]

00:00:12: Es ist wieder soweit. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Pausengong-Podcasts.

00:00:17: Wir befinden uns heute nicht wie sonst gewohntem Podcaststudie in München, sondern an der

00:00:21: Universität in Augsburg. Professor Zierer, schön, dass Sie heute da sind. Sie sind Professor

00:00:26: an der Universität Augsburg und Inhaber des Lehrstuhls Schulpädagogik. Sie haben kürzlich

00:00:31: gemeinsam mit Harald Lesch ein Buch mit dem Titel "Gute Bildung sieht anders aus" veröffentlicht.

00:00:36: Darin beschreiben Sie, wie Unterricht, Lehre und vieles mehr reformiert werden sollte, um Kinder

00:00:41: und Erwachsene auf den neuen Herausforderungen der Welt von heute und morgen vorzubereiten. Wie hat

00:00:47: sich das Verständnis von Lehren und Lernen in dieser Zeit eigentlich gewandelt? Zunächst mal

00:00:53: grüß Gott. Freu mich, dass Sie da sind. Sehr interessante Frage, weil wir gerne an den

00:00:58: Oberflächenstrukturen diskutieren bei diesem Aspekt und sagen, wir leben heute in einer

00:01:03: ganz anderen Welt, die ist digitalisierter geworden, die ist analogisch zurückgetreten.

00:01:07: Und kommen dann manchmal vor schnell zu dem Ergebnis, dass wir so ein Lernen und Lernen

00:01:12: hätte sich verändert. Meine Position ist eine andere. Ich glaube, dass der Mensch gewisse

00:01:17: Grundbestimmungen mitbringt, die sich gar nicht so sehr verändern in der Zeit. Also wenn ich heute

00:01:25: lernen möchte, brauche ich Atmosphäre, die geborgen hat. Ich brauche Zutrauen, ich brauche

00:01:30: Pferdrauen, ich brauche Beziehungsebenen, die intakt sind. Ich brauche Lernsituationen, die

00:01:34: Herausforderndes, die motivierendes. Und all diese Aspekte sind ja relativ unabhängig von den

00:01:40: aktuellen Entwicklungen und Veränderungen. Und das ist für mich immer der entscheidende Punkt,

00:01:44: wenn wir pädagogisch nachdenken über das, was Schule leisten kann und muss. Wer ist eigentlich

00:01:50: der Mensch und welche Schule brauchen wir, um den Menschen mit all seinen Möglichkeiten

00:01:55: wirklich gerecht zu werden? Also eigentlich beginnt das Ganze doch damit der Definitionsschule.

00:02:03: Was macht eine Schule? Ist es nur reine Wissensvermittlung, die dann am Schluss quittiert wird mit

00:02:09: einem Zeugnis? Ist es Menschenerziehung? Wie geht beides zusammen? Geht es darum, dass

00:02:17: man da immer Gleichgewicht hält oder der, wo ich zum Beispiel die Menschenerziehung

00:02:21: das Gespann sein und die Wissensvermittlung, die, müssen wir sagen, die Ware, die da transportiert

00:02:29: wird in so einem Anhänger, so, wie ich von meiner Schulzeit rede, so ob sie empfunden.

00:02:35: Für mich war ein Lehrer, die mich erzogen haben und in dem Bergon, den ich mit mir rumgeschleppt

00:02:41: habe, das Wissen. Ja, also der Punkt ist schon interessant, mit der Frage zu beginnen, was

00:02:46: ist eigentlich Schule? Und die Schule ist für Menschen, insbesondere für Kinder da. Und

00:02:51: wir haben das manchmal schon umgedreht. Das würde ich schon sagen in den letzten Jahren,

00:02:54: dass die Kinder halt zum System dazugehört haben, wo dann Lehrkräfte gearbeitet haben

00:02:57: und so weiter, aber das Kind war nie Mittelpunkt. Und da glaube ich, müssen wir schon umdenken.

00:03:01: Also wenn wir einen humanistischen Ansatz haben, dann ist die Schule für die Kinder da und

00:03:05: nicht umgekehrt. Und dann ist natürlich das Kind keine Ware, dann ist Bildung auch keine

00:03:10: Ware, sondern ich finde die bayerische Verfassung da immer recht schön, wenn es ein heißer

00:03:15: Bildungs- und Erziehungsauftrag, der dort formuliert ist, Schulen sollen nicht nur Wissen

00:03:19: können vermitteln, sondern Herz und Charakter bilden. Und dann ist schon mal ein sehr umfassendes

00:03:23: Bildungsverständnis da. Es geht nicht nur um das Wissen, es geht nicht nur um das Können,

00:03:27: sondern es geht um mich als Mensch mit all meinen Möglichkeiten, mit all meinen Grenzen, mit

00:03:30: all meinen Bedürfnissen, mit meinen Interessen, mit all dem, was mich letztendlich zum Menschen

00:03:35: macht. Und wenn ich so Schule verstehe, dann stelle ich das Kind ins Zentrum, all meine

00:03:42: Bemühungen, all meine Überlegungen, denke vom Kinder aus und überlege mir, okay, was

00:03:46: muss ich jetzt Schule leisten, damit dieser junge Mensch sich bestmöglich empfalten kann.

00:03:50: Dass er eben in all seinen Grunddimensionen dir mitbringt, dazu zählt die Kognition,

00:03:56: die Emotion, die Motivation, auch das soziale Empathie und vor allem, was für mich schon

00:04:01: wichtig ist, auch so eine Frage der Spiritualität. Das ist in der heutigen Zeit eine Dimension,

00:04:06: die wir irgendwie so wegwischen, manchmal sogar wortwörtlich wegwischen am Smartphone,

00:04:11: aber die hat wesentlich zu uns dazugehört. Und im Zuge von Pisaisierung und so weiter

00:04:17: sind all diese Dimensionen irgendwie zurückgedrängt worden, verloren gegangen hin zu einer reinen

00:04:24: Kognition. Und dann ist der Mensch eine Ware, was weiß er, wo kann er ökonomisch schilfreich

00:04:29: sein, wie kann ich ihn später gebrauchen. Und dann hat Schule natürlich ihren uregenseigen

00:04:34: seinen Auftrag verloren an der Stelle. Es steht ja auch ein bisschen und steht und fällt

00:04:37: mit dem Elternhaus. Die Kinder kommen vom Elternhaus in die Schule und manche Eltern

00:04:41: verstehen das also, ich gebe da meinen Kind ab und die Schule übernimmt alles. Aber eigentlich

00:04:46: verstehe ich es doch so, dass die Lehrer dann Flügel verleihen und das, was das Kind mitbringt,

00:04:49: einfach verstärken. Da haben wir eine gewisse Grundhaltung mittlerweile in der Gesellschaft,

00:04:55: dass wir gern alles, was freigesellschaftlich nicht so läuft, obwohl Familien sich ein

00:05:00: bisschen schwer tun, gleich an die Schule meintelegieren und sagen, Schule, jetzt machen wir

00:05:04: ihr, investiere ein bisschen mehr, weil Probleme müssen in der Schule gelöst werden, freut

00:05:09: ich mich für schwierig. Also im Grunde kommt es darauf an, dass wir intakt die Erziehungskoalitionen

00:05:13: haben zwischen Schule und Elternhaus. Das heißt aber auch, beide müssen Verantwortung

00:05:20: übernehmen und vor allem dort, wo sie am besten die Verantwortung übernehmen können.

00:05:26: Und da muss ich beispielsweise sagen, wenn wir heute feststellen, wie in Berlin das 40

00:05:31: Prozent der Kinder nicht vernünftig Deutsch sprechen können, dann kann ich nicht hergehen

00:05:36: und sagen, Schule löst die Probleme, sondern auch das muss ich durchaus in der Verantwortung

00:05:41: in der Elternhäuse geben. Die müssen sich überlegen, wie kann ich meine Kinder stärken,

00:05:45: wie kann ich sie unterstützen. Kindervorlesen mit Kindern sprechen, wenn ich Deutsch nicht

00:05:48: kann, dann muss ich mir auf den Weg begeben, auch mit den Kindern gemeinsam die deutsche

00:05:52: Sprache erlernen. Ist doch wunderbar, wir lernen gemeinsam, um hier die Förderung auch zu

00:05:59: bieten, die Kinder brauchen, die Kinder zu unterstützen und meinen Teil als Elternhaus

00:06:03: auch beizutragen, dass Bildung erfolgreich sein kann.

00:06:05: Zählt zu dem Ganzen nicht auch Kirche und Gesellschaft, ich finde schon auch, dass Kirche und Gesellschaft

00:06:10: sich beim Bildungsauftrag oftmals, ich weiß nicht, wie du das, zurückzieht und da auch

00:06:14: gern der Schule was ablagert.

00:06:15: Also zu meiner Zeit, wo ich noch ein Kind war, jetzt auch schon länger her, war die Erziehungskollektion

00:06:21: in der Tat größer. Da war es nicht der Familie und Elternhaus, sondern da waren es Vereine,

00:06:26: da waren es Kirchen. Das heißt, früh mit einem Drang gewesen, da sehr stark sozialisiert

00:06:31: worden und wenn es bloß war, anständig zu sein, gewissenhaft zu sein, pünktlich zu

00:06:35: sein, also alles Tugenden, die ausgesprochen wichtig sind, nicht nur für das Leben, sondern

00:06:40: auch für den Bildungserfolg. Das bricht zum Teil weg und wir haben das nicht mehr. Wir

00:06:45: haben ein Riesenproblem im Ehrenamt und so weiter, weil diese Verantwortung für die

00:06:49: Gemeinschaft, die geht da irgendwo flöten an der Stelle.

00:06:51: Die lernt man nicht mehr.

00:06:52: Die lernt man nicht mehr und die wird in der Gesamtgeltsellschaft dann immer so eingefordert,

00:06:58: sondern lieber muss, sondern bezahlt machen und so weiter und so fort. Also das Zusammenwirken,

00:07:04: es ist schon ein bisschen verloren gegangen, gibt es sicherlich verschiedene Gründe. Ich

00:07:08: glaube, der Wohlstand ist ein Faktor, vielleicht auch die Digitalisierung ist ein Faktor, weil

00:07:11: es alles Menschen immer irgendwie auseinander treibt. Das wäre aber ganz wichtig letztendlich,

00:07:16: damit das Ganze wieder funktioniert, dass wir diese Erziehungskollizonen auch wieder

00:07:20: ein Stück weit beleben. Drum zunächst mal Elternhaus um Schule, aber dann, wenn wir Schule

00:07:27: als verortet in einem Quartier, in einem Stadtteil sehen, natürlich auch den Schulterschluss

00:07:31: mit dem Verein, den Schulterschluss mit den Kirchen, um ihr gemeinsam wieder die Bildung

00:07:35: den Kindern zu ermöglichen, die wir heute brauchen.

00:07:38: Also was Kirchen Ehrenamt gemeinsam als Problem haben, ist ja die immer stärker werdende,

00:07:46: nicht bereit, sich auf die Bindung zu beenden. Wir haben eigentlich diesen in der Schule

00:07:52: schon gelernt, du kleiner Prinz, du bist Zeitlebens für das verantwortlich, was dir zu eigen gemacht

00:07:58: ist. Zum Beispiel ist, wenn ich aufs Gymnasium gekommen bin, ich muss mich da ein bisschen

00:08:04: die Hosen runterlassen, ich werde eigentlich gar nicht hingekommen, ich wollte nur hingehen,

00:08:07: weil mein Bruder ja drei Jahre alt war und ich wollte natürlich nicht, dass ich weniger

00:08:11: habe. Ich habe keine Ahnung gehabt, was mir da blüht mit dem Gymnasium, ich wollte nur

00:08:14: da hin, weil er dort war. Und mein Vater wollte mich nicht aufs Gymnasium gelassen, naja,

00:08:20: ich war heute immer schon ein bisschen unruhig. Und mein Grundschul Rektor hat das mitbekommen,

00:08:27: hat dann meinen Vater gekommen lassen und hat gefragt, wieso lassen sie den Buben nicht

00:08:30: aufs Gymnasium gehen, naja, ich sagte, weil er jetzt bläd ist. Dann hat er gesagt, naja,

00:08:34: er ist jetzt bläd. Sie müssen ihn nur gescheites Einspannen in das Vorwerk. Und dann passt es.

00:08:41: Und dann wurde mir klar gemacht, Konzerts aufs Gymnasium gehen, er hat es ausgesucht,

00:08:47: also durfte nicht dort hingehen, wo meine ganze Spielkameraden hingegangen sind. Also es

00:08:53: war ein Gymnasium, ein reines Bubengymnasium, geht mit Latein los. Er war Humanist, er

00:08:59: hat Fließend Latein gerätts, also das habe ich später gemerkt, warum diese Wahl getroffen

00:09:04: wurde, aber vor allem, hat er gesagt. Und jetzt bist du verantwortlich dafür. Bedingungen,

00:09:11: kein Wiederholen, kein Nachhilfeunterricht, wenn sagt aber Robi jetzt halt den Bass drunter.

00:09:15: Das heißt, ich bin als elfjähriger einen Deal, wenn meine Leider eingange. Ich bin jetzt verantwortlich

00:09:21: für diesen Weg. Und so habe ich dann Schule neun Jahre erverstanden. Ich bin für das verantwortlich,

00:09:26: was ich da abliefert, was ich holen bring und was ich zu leisten habe. Und natürlich war

00:09:31: das ein gewisser Druck. Aber ohne den Druck hätte ich die Leistung nicht abgeliefert. Und da, wo

00:09:36: ich dem Druck nicht mehr stand, hat er ihn abgenannt, zum Beispiel in Latein, da habe ich dann die

00:09:41: Unterstützung geregt. Mein Vater fährt vier Jahre mit mir latein gelernt, jeden Tag. Das war die Hölle.

00:09:45: Aber die Hölle habe mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich habe Deutsch gelernt, ich habe Lesen

00:09:51: gelernt, ich habe Lernen gelernt. Der Grundsatz war immer, du musst das Lernen lernen. Non-Scole,

00:09:57: set vite, diszi mousse, das war nicht bloß ein lateinischer Merksatz. Das war das Programm

00:10:02: für diese neun Jahre, wie wir es erst gesagt haben. Wir lernen für das Leben drum Erziehung und für

00:10:08: die Schule. Da habe ich das Wissen, für die Leistungskontrolle, das liefern wir dann ab. Natürlich

00:10:13: habe ich das Leben von mathematischen Vormen, die ich damals gelernt habe. Aber das,

00:10:16: dass ich sie gelernt habe, davon liebe ich heute. Das hat man uns wirklich von der Pique auf,

00:10:21: hat man uns das beigebracht. Und jetzt, ich bin nicht so viel in Schulen unterwegs, aber immerhin

00:10:26: doch auch. Aber ich möchte einfach da eine Frage zeichnen, umsetzen, darum eine Frage, ich weiß

00:10:32: nicht, ob das heute so umgesetzt wird, wie ich das damals erleben dürfte. Und wenn nicht,

00:10:38: dann darf man das abgehen. Was ja da recht schön deutlich wird, ist, dass ja so die

00:10:43: Grundverständnis von Bildung meint ja die Autorschaft des eigenen Lebens. Also ich bin

00:10:48: verantwortlich für das, was aus mir wird. Und ich kann das nicht auslagern, dass irgendwelche

00:10:53: anderen sozusagen mein Leben leben, sondern es beginnt sehr früh, dass ich Verantwortung dafür

00:10:57: übernehmen muss. Und als Mensch errangelführt wird, die Verantwortung Schritt für Schritt zu

00:11:03: übernehmen. Und das ist schon ein bisschen verloren gegangen. Klar, das sieht man ja schon in der

00:11:09: Grundschule, wenn wir diese Vorparks haben, wenn die Eltern die Schultaschen tragen und so weiter,

00:11:14: dann gibt es da Szenarien, wo man sieht, was passiert, wie wir die Kinder überbehüten an

00:11:19: der Stelle und aus ihrer Verantwortung eigentlich herausziehen und ihnen gar nicht die Möglichkeit

00:11:24: geben, Selbstverantwortung zu übernehmen. Und das ist fatal. Also ein Mensch, der so groß wird,

00:11:29: der wird das nie schaffen. Und darum ist ja Bildung auch immer, und Sie haben es recht schön beschrieben,

00:11:35: irgendwo ein harter Weg, den man geht. Weil der nie nur von Erfolg gepflastert ist, sondern ich

00:11:41: habe Rückschläge, ich mache Fehler, ich gehe Umwege, ich habe Irrwege. Aber das macht mich ja

00:11:46: letztendlich zum Autor meines Lebens. Daran wachs ich ja im Idealfall. Und wenn da noch dazu kommt,

00:11:51: vielleicht ein strenger Vater, ich weiß es nicht, aber Elternhaus, das mich dann auffängt, wenn es

00:11:57: merkt, okay, jetzt braucht der Burnglorn eine Schubse, dann gebe ich ihm den, aber dann muss

00:12:01: er wieder selber laufen. Das ist ja letztendlich das, was entscheidend ist, dass Bildung gelingen

00:12:05: kann. Und das haben wir schon ein bisschen verloren in unserer Gesellschaft. Wir haben,

00:12:09: glaube ich, generell so Erhaltung. Wenn was nicht läuft, ja, Ostränger ist schwierig.

00:12:16: Vielleicht macht es der Staat für mich, vielleicht macht es die Mama für mich,

00:12:20: vielleicht macht es die Schule für mich, vielleicht macht es irgendetwas rein für mich,

00:12:23: aber mich selber so anstrengend zu müssen, zu wollen, das ist jetzt nicht mehr so gerade so

00:12:28: schräg. Vielleicht macht es die KI für mich, wenn ich einen guten Aufsatz schreibe.

00:12:32: Es ist ja jetzt der neue Drive-Stim am, genau, also wir denken ja da auch noch mal selber nach,

00:12:37: sondern wir lassen denken, damit verlernen wir es denken und stürzen kurzerhand, wie es Kantja

00:12:45: schon genannt hat, in einer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Und es ist das Ende von Bildung.

00:12:49: Wenn ich nicht mehr denken kann, wenn ich mich nicht mehr anstrengen mag, weil irgendwo einer ist,

00:12:54: der es für mich macht, ob das KI ist oder sonst wer, das ist das Ende. Das kann man sich ausmachen,

00:12:59: wo das hinführt. Professor Spitzer hat sich auch so schön am Taschenrechner verdeutlicht,

00:13:03: dass er gesagt hat, der Taschenrechner hat ja die Leute auch dumm gemacht.

00:13:05: Er hat uns zumindest nicht den Turbo im Bildungsbereich gegeben, wo viele damals

00:13:11: Geschwerer haben gesagt, am Ende mit dem Taschenrechner, da wird das Rechnung ganz neue Dimensionen haben.

00:13:15: Im Gegenteil, wir wissen, dass die Kompetenzen runtergehen und was Kopffrechenleistungen anbelangt,

00:13:20: dramatisch eigentlich. Also so schnell zücken die Sende, können wir noch den Kopf rechnen,

00:13:26: aber die Sende wird gezückt und wird die Lösung.

00:13:29: Aber Denken kostet ja Energie und jetzt ist der Mensch grundsätzlich bequem. Wie schaffe ich es jetzt

00:13:33: als Lehr, den Leuten Lust am Denken zu machen, den Kindern?

00:13:38: Das ist glaube ich gar nicht so schwer. In der Psychologie gibt es einen schönen Flow-Effekt.

00:13:42: Der beschreibt, wenn ich mich in einen Bereich begebe, wo ich Interesse habe und anstrengen und

00:13:47: merke, ich komme voran, dann komme ich schnell in einen Moment hinein, wo ich gar nicht merke,

00:13:50: wie die Zeit vergeht, wo ich gar nicht merke, dass ich mich anstrengen, weil ich so tief

00:13:53: eingesaugt werde in dieser Tätigkeit. Flow-Effekt, psychologisch recht schön erklärbar.

00:13:59: Und das kann in vielen Bereichen des Menschen passieren. Also wenn ich eine Bezugsperson habe,

00:14:04: die mich anspricht, die mich motiviert, die vielleicht in mir was sieht, was ich gar nicht

00:14:08: kenne, aber mich so motiviert und mitnimmt, ja, da folge ich doch und dann habe ich ein

00:14:13: riesen Möglichkeitenraum als Mensch. Weil meine Kreativität ist ja nicht nur im Bereich des

00:14:18: Rechnens oder des Lesendes schreiben, sondern es ist ja ausgesprochen vielfältig, so dass

00:14:24: ich, wenn ich das gut mache, jeden mitnehmen kann. Und das ist übrigens was, was ich bei

00:14:29: allen Veränderungen bei den Studenten heute immer und immer wieder sehe. Wenn sie die

00:14:34: richtig anpacken. Jede Generation leidenschaftlich ohne Ende. Und das macht mir als Pädagoge

00:14:40: ungehäufig Mut bei den ganzen Herausforderungen, die wir vor uns haben, zu sehen, dass jede Generation

00:14:46: diese Leidenschaft in sich trägt und wenn wir sie richtig anpacken, auch entfacht wird.

00:14:53: Das ist doch ein ungeheuer starkes Zeichen des Menschen. Also bei all dem, was auf uns

00:14:57: hereinprasselt, wir können immer darauf setzen, dass der Mensch diese Leidenschaft hat, sich

00:15:03: anstrengend mag und dann auch hohe Leistung erbringen kann, wenn man es gemeinsam richtig

00:15:07: hinbekommen kann. Ich habe einmal eine tolle Studie enthängt,

00:15:10: und zwar wurde da parallel betrachtet, Jugendliche, Kinder Jugendliche. Und da ist herausgekommen,

00:15:23: je behebiger, je gefräsiger, je dicker, je fauler die Kinder waren, so in dem Habitus,

00:15:30: umso weniger Sport sie getrieben haben, umso behebiger waren sehr in den schulischen

00:15:35: Leistungen. Weil hier eine unglaubliche Deckungsgleichheit ist, so wie so ein Sportler,

00:15:40: Osterringer muss. Man sagt, Paul, du sollst ja schon den Vergleich, schau dich durch,

00:15:43: du lösst im Stadion. Da trainieren muss, sondern er liebensweise arbeiten muss,

00:15:48: sind nicht einfach gelossen, darf nicht jeden Tag drei Schweinsbrunnessen,

00:15:51: darf. Schauen wir es, dass sein Körper wirklich, dass sein Body echt top ist,

00:15:55: damit er die Leistung bringt. So muss es so geistiger.

00:15:58: Darum sage ich immer, die wichtigsten Fächer sind nicht Mathematik, Deutsch und Sprang,

00:16:04: sondern Kunst, Musik und Sport. Weil genau in diesem Fächern des Quaradis, man wird

00:16:09: kein Instrument lernen, man wird kein guter Sportler in der Disziplin sein, wenn man sich

00:16:13: nicht anstrengt, wenn man nicht bereit ist, Fehler zu machen, wenn man nicht in der Lage ist,

00:16:17: aus den Umwegen letztendlich zu lernen und den Schloss nach vorn zu gehen. Das sind

00:16:21: die Fächer, wo all das zusammenkommt. Darum sage ich, das sind die Fächer mit

00:16:25: größtem Bildungsgehalt. Dort passiert Bildung und das kann ich erlebenlang nutzen.

00:16:29: Und insofern eigentlich eine Schande für unser Schulsystem, dass wir diese Fächer

00:16:34: sucht, dass sie abwracken und irgendwo nur am Rand vom Stundenplan existieren und

00:16:39: kann nachher da sein Berechtigung. Man bekommt sogar seine Häufchen obendrauf,

00:16:43: weil dann im Schulalltag die Kinder sofort erkennen, naja, du kannst dich in Sport

00:16:48: anstrengen oder nicht, ein zweierer Kriegstund, dann bastst du schon. Das ist ja lächerlich.

00:16:52: Kannst du, kann es ja nicht sein. Du findest schon nicht. Und der Sportfest neu und definiert wird.

00:16:56: Und ich denke mal, wenn er so junglicher, da hat er so ein Stundenlang den Boy auf

00:17:01: diesem Basketballkörp wirft. Stundenlang, du kannst jetzt hinschauen und kannst sagen,

00:17:06: der hat auch nichts Bisseres zu tun. Da war er übter. Genau die Technik raus, in welchem

00:17:10: Winkel, in welchem Bogen, welchem Abschusskraft oder wie auch immer, das definiert

00:17:15: dieser Sportwissenschaftler ganz besser beschreiben. Das machen muss, dass er die

00:17:19: größtmögliche Chance hat, dass dieser Boy hineingeht. Das macht er Musik. Ich bin ja

00:17:24: im Gymnasium übrigens gewesen, das war ein Gymnasium. Da gab es die Möglichkeit

00:17:28: für jeden Schüler zum kostenlosen Instrumentunterricht. So kam ich zum

00:17:33: Cello. Ich war nix, aber ich hab's gehabt. Meine Eltern haben gesagt, benutzen das.

00:17:38: Mein Bruder Geige ist Cello. Kostenlos. Das wäre aus meiner Sicht eine absolut wichtige

00:17:42: Forderung, das, was ich mit dem herrallleschen Buch ja zum Beispiel beschreibe, dass wir

00:17:47: eigentlich Schulen bräuchten, wo so eine musische Bildung, also das Erlernen eines

00:17:53: Instruments, das spielen in einem Orchester. So was sollte nicht vom Geldbeutel

00:17:59: abhängen, sondern so was ist so fundamental für den Menschen, dass das

00:18:02: eigentlich in der Schule so verankert sein müsste, dass jeder dazu die Lage hat.

00:18:06: Und darum wäre es eine absolut wichtige Forderung. Wichtiger wird das Tablet für

00:18:11: jedes Kind, muss ich dazu sagen. Aber nochmal zu diesen Noten. Es gibt jetzt was, was

00:18:15: mir jedes Jahr, wenn Zeugnisvergabe ist, unwahrscheinlich aufregt. Wenn dann

00:18:20: prominente, prominente Politiker und so weiter, dann so "Jovi, ja, ich hab auch meine

00:18:25: Ehrenrunde gedreht" und so. Ich möchte nicht, dass das Versagen oder das

00:18:30: Feelen, dass das als Modell ausgegeben wird. Man hat mir nie Angst damit gemacht.

00:18:35: Zum Beispiel gesagt, das ist dein Deal, du willst den Weg gehen, hau alles rein, was du

00:18:40: reinhören kannst. Wenn ich nichts dafür hätte können oder wenn ich mehr gekommen

00:18:44: habe, meine Grenzen, dann werde ich eine getadel dafür. Aber ich wäre nie auf die Idee

00:18:49: gekommen, mein offensichtliches Versagen, das ist Klassenzielen in der Reich, dann

00:18:54: als Leistung hinzustellen. Ganz im Gegenteil. Also wir werden, wobei wir

00:18:59: konsequent in der Gesellschaft dagegen arbeiten, dieses Programm fördern und

00:19:03: durchfordern, wir werden nicht daran vorbeikommen. Da hat der Gesellschaft

00:19:08: keine Zukunft, wenn ich, wir sind jetzt in der Bürgergelddiskussion, dass ich sage,

00:19:13: warum soll ich denn aufstehen? Ich denke, der Bürgergeld empfängt zum Bäcker und

00:19:17: sagt, du arme Hund bist schön, wir haben zwei in der Freie aufgestanden, ich kann

00:19:20: mir so leisten. Und kann nicht funktionieren. Also gerade in der Gesellschaft, wie wir

00:19:24: sind, hocharbeitsteilig, leistungsorientiert, mit viel Verantwortung in

00:19:29: jedem eigentlich dieser Bereiche, kann das nicht sein. Also da muss dieses

00:19:34: fordern und fördern, das muss funktionieren. Aber wo hat das begonnen?

00:19:37: Ich kann das nicht erklären, wo war, irgendwann hat doch dein Schalter

00:19:41: umgelegt. Da ist was an mir vorbeigegangen, da war auf Dienstreise am

00:19:45: Mond oder was. Aber wann hat das begonnen, dass auf einmal das Pendel in die

00:19:51: andere Richtung ausschlägt? Gibt es einen Punkt auf Return?

00:19:55: Ich glaube, dass es nicht einigen gibt, sondern für mich hat sowas schon

00:19:58: ein bisschen mit der ideologischen Betrachtungsweise unserer Gesellschaft zu

00:20:05: tun. Also wenn ich Gleichheit über alle setze und Gleichheit für mich dann

00:20:12: eine Gerechtigkeit bedeutet, dann heißt es im Umkehrschluss, dass ich einen

00:20:17: Unterschied durch Leistung gar nicht mehr so honoriere, vielleicht sogar

00:20:21: nicht mehr möchte. Und das führt zum Zurückdrängen dieses Leistungsgedankens.

00:20:26: Und den haben wir im gesellschaftspolitischen Bereich und dann haben

00:20:30: wir noch irgendwann in der Schule gehabt. Immer so hat der Übertritt manchmal

00:20:34: ist und so hat das dreikliedige Schulsystem auch wahrgenommen wird. Oder die

00:20:40: aktuelle Debatte, wir müssen Exen abschaffen und so weiter, weil das Druck

00:20:43: erzeugt. Na ja mein Gott, also ohne Druck keine Leistung.

00:20:49: Keine Reibung, keine Wärme. Genau. Und auch Stress, es gibt ein Neustress und

00:20:53: ein Triss, ein Positiv und ein Negativen Stress. Aber ich muss doch als

00:20:57: Mensch in der Lage sein und das muss ja lernen mit Stress umzugehen. Und das

00:21:01: ist aus pädagogischer Sicht immer herauszufinden das richtige Level. Und wir

00:21:07: haben irgendwann in Schalterunglitung gesagt alles raus, weil es könnte ja

00:21:10: ein bisschen schmerzhaft sein die Erfahrung, dass ich was nicht schaffe und

00:21:14: es könnte mich vielleicht auch meine Grenzen bringen. Und das führt mich dann

00:21:17: in so, ich habe das vor Jahren schon mal als Kursschlägenpädagogiker ein bisschen

00:21:19: bezeichnet, das uns aber nicht weiter bringt. Der Mensch ist schon auf Leistung

00:21:24: auch aus. Also wir sind in der Lage dazu. Wir wollen uns auch entwickeln. Wir wollen

00:21:29: uns ein Messen. Wir wollen schauen wie weit kann ich kommen, wenn dieser Antrieb

00:21:33: das Mensch nicht da wäre. Wir hätten keine Kultur. Wir würden alle nur irgendwo

00:21:37: sitzen und fröhlich wahrscheinlich was anderes machen. Aber letztendlich ist die

00:21:41: Geschichte der Mensch auch der Geschichte der Leistung. Und das glaube ich muss

00:21:45: man schon anerkennen, dass das letztendlich ein wichtiger Punkt ist und

00:21:48: da muss man aufpassen, dass man denniert irgendwie aus ideologischen Gründen

00:21:51: abfragt, weil dann funktioniert das Ganze nicht mehr. Und beim Stress müssen wir auch

00:21:54: über Angst reden. Wie viele Menschen treffe ich gerade auf der Straße draußen, die

00:21:57: Angst haben und haben nie gelernt mit Angst umzugehen? Da finde ich ja einen ganz

00:22:01: schönen Buchtitel vom Alexander Hober, die Führer Hoberbaum der Bergen-Bergsteiger.

00:22:05: Der Buch schonmal "Angst mein bester Freund". Weil er ja auch er deutlich macht, wenn er

00:22:11: keine Angst hätte am Berg. Er wäre schon lange runter gefallen. Das heißt Angst kann

00:22:17: was sehr Konstruktives, was sehr Produktives haben. Ich frage sie mir wie kann ich

00:22:21: damit umgehen? Welche Strategien habe ich damit zurechtzukommen?

00:22:25: So dass also Angst per se jetzt nicht etwas dramatisch schlechtes ist, wenn es zu

00:22:29: viel ist, kann es ein Problem werden. Aber wenn es in einem gewissen Maß ist, ist es

00:22:33: sogar leistungsförderlich. Und der Schutzsingle. Ja, das regelt meine Vernunft.

00:22:37: Hans Kamerland und der Anderbergsteiger haben gesagt, die wichtigste Entscheidung

00:22:40: am Berg ist die umzukehren. Ganz genau. Ganz eine Alternative zum

00:22:45: Abstürzen. Ganz genau. Bei X-Men wurde es ja diskutiert, dass Schüler Angst vor

00:22:50: ne X haben und dann lerne ich mit Angst umzugehen. Also selbst wenn ich Angst

00:22:53: habe was sein kann, da lerne ich es. Und dann ist eine Pädagoge da, da nimmt mich an

00:22:57: die Hand und erklärt es. Genau. Und darum ist meine Forderung in dem Kontext, wir

00:23:02: müssen durchaus Leistung, kann man schon reflektieren, wir können überlegen,

00:23:06: braucht man in der Grundschule die 17/18/19 Proben um dann eine Übertrittsempfehlung

00:23:09: zu bekommen. Entscheidend ist, schaffen wir einen pädagogischen Rahmen, der dem Kind

00:23:16: auch das Zutrauen gibt, dass es was schafft und der dem Kind auch unter die

00:23:21: Arme greift, wenn es vielleicht mit daneben geht, der den Kinder deutlich macht,

00:23:25: nur weil ich da eine Probe vermasselt habe, dann bin ich als Mensch nicht schlecht,

00:23:29: sondern dann ist es halt mal diese Probe und dann geht es eben auch weiter. Also wie

00:23:33: schaffen wir die mir gemeinsam? Dieses pädagogische Setting, das brauchen wir,

00:23:37: das bekomme ich aber nicht, indem ich alles was mit Leistung zu tun habe. Jetzt mal

00:23:40: wegrationalisieren, weil ich sage, das könnte vielleicht an der oder anderen

00:23:45: Stelle ein Problem bereiten, das ist ja falsch schrecklich. Dann sind wir am

00:23:48: Differenziten-Schulsystem eigentlich ganz gut angekommen, weil da ist ja auch

00:23:51: Leistungsprozip eigentlich da, aber durch unterschiedliche pädagogische

00:23:54: Ansätze. Klassleitergrundziebe in der Mittelschule, Fach-Fachlichkeit in der

00:23:59: Realschule im Gymnasium. Wie kann man jetzt die Mittelschule stärken?

00:24:03: Das ist ja die Problemschule, was heißt Problemschule, die Schule, die am meisten

00:24:09: diskutiert wird, wo wir die höchste Heterogenität haben, wenig Studierende

00:24:13: haben. Wie können wir da jetzt Lust machen, dass man, dass diese Schulart

00:24:16: attraktiv ist? Ich frage mich, wenn ich frage, ich kenne es nicht an, das heißt

00:24:22: in meiner Kindheit, wie kriege ich diese Haupt, diese Mittelschule aus diesem

00:24:27: schlechten Renomeer aus? Weil die hat sie ja eigentlich nicht. Eigentlich ist das

00:24:30: eine super Schule. Ja, Jahre später hänge ewig in der Warteschleife, aber ich

00:24:35: kann Handwerker hergelegt. Der ohne Mittelschule, die es nicht gemacht

00:24:40: hat. Bei mir im Fachhofer-Familie drin, da hat der Buhr jetzt fertig gemacht, seine

00:24:45: Tärheits- und Klima mit beste Noten. Der war damals bei Berufsfindung,

00:24:51: da hat man vielleicht doch in der Bürogie und so gekauft, meine

00:24:54: Schuhe angestellt und so. Dann hat sein Papa gesagt, wie lange sie

00:24:59: trägert man, das wirkt auf den ersten Moment unangenehm.

00:25:03: Glosschüsseln ausbauen und so weiter, was er in den Bereich neigert. Aber du kriegst

00:25:07: eine Bestätigung. Der ist der glücklichste junge Mann, die die zurzeit

00:25:11: kennt. Wie kann ich das positive Renomee da reinbringen? Mir tut das wahnsinnig

00:25:19: leid. Dann gibt es diese blöden Lieder der Hauptschule, wo alle mit Bausch und

00:25:24: Bogen für Trottel erklärt werden. Das sind sie nicht. Das letzte noch, ich war

00:25:30: vor kurzem Schulbesuch in einer Berufsschule, und habe gedacht, das war

00:25:34: eigentlich genau mein. Sie hat mir dermaßen wohlgefiltert, mit diesen

00:25:37: jungen Männern, den jungen Frauen, die bereits im Beruf drinstehen, in

00:25:40: Beziehungen leben. Teilweise schon Kinder haben und so. Wo du weißt, du musst

00:25:46: ganz einfach reden. Das sind ganz einfache Berufe, die die ausführen. Aber die

00:25:50: sind da, die hören zu. Da kannst du dir über die Köpfe hinweg reden. Also das

00:25:55: war so anmutender in dieser Schule. Also wenn ich nochmal ein Leben hätte, dann

00:25:59: war ich die Berufsschullehrer. Ganz ehrlich gesagt. Weil es sind ja oft der junge

00:26:03: Menschen, die schon ein bisschen im Leben stehen. Schon Erfahrung, haben wir ein

00:26:05: bisschen ein Ziel, schon eine klare Orientierung. Und das ist dann immer

00:26:09: spannend mit denen. Was wir bei der Hauptschule, glaube ich, schon erkennen

00:26:13: müssen, dass eine arbeitszahlige Gesellschaft, in der wir sind, die wird

00:26:18: nicht mit lauter Akademikern funktionieren. Das kann nicht klappen. Also

00:26:24: ist ihre Schulart irgendwo ein Rückgrat unserer Gesellschaft und auch die

00:26:28: Mittelschule ist ein Rückgrat der Gesellschaft. Die Mittelschule hat übrigens

00:26:32: ganz interessante Ergebnisse. Wenn wir beispielsweise mal die

00:26:35: Schülerschaft befragen, ob sie ihre Schule gerne gehabt haben, ob sie gerne in die

00:26:39: Schule gegangen sind, haben wir die höchsten Berter in der Mittelschule und die

00:26:41: geringsten im Gymnasium. Wenn wir mal die Schularten vergleichen im Hinblick auf

00:26:45: gesellschaftliche Projekte, müssen wir feststellen, die meisten und

00:26:49: interessantes passieren in der Mittelschule nicht am Gymnasium. Also wir

00:26:53: können all das durchlaufen lassen und feststellen, dass die Mittelschule sehr

00:26:58: gute Arbeit macht. Wo ist dann das Problem der Mittelschule?

00:27:00: Ich spitz jetzt mal zu. Wir haben momentan die Situation auch wie vor, dass

00:27:06: Unternehmen einen schlecht qualifizierten Gymnasiasen lieber nehmen wie ein

00:27:10: gut qualifizierten Mittelschule. Das verstehe ich nicht. Ja, weil das dieser

00:27:14: Abiturwahn manchmal ist dahinter und das ist ein Wahn. Ja, das ist ein Wahn.

00:27:19: Das ist ein Wahn. Nur weil mein Wahn, der hat vielleicht im Gymnasium Rechnen

00:27:23: lesen und schreiben und aufschreiben und so weiter gelernt, jetzt macht er das

00:27:28: besser überhaupt nicht. Das zeigt im Kern, dass das, was wir manchmal halt mit

00:27:33: Noten messen, ja nicht außerigkräftig ist, um den Menschen insgesamt in den

00:27:39: Blick zu nehmen. Weil da viel viel mehr dazu gehört, als wie ich jetzt in so

00:27:42: ein komisch zeugnislechter Dreimpacke. Und das müssen wir ein Stück weit

00:27:45: aufbrechen. Wann dann Dieter Rümelin hat einmal vor Jahren von diesem komischen

00:27:49: Akademisierungswahn ja auch gesprochen, der genau in diese Richtung ja als

00:27:52: Geführer. Das gibt bloß nur einen Abschluss und alle müssen nur rein drum,

00:27:55: Grundschulabitur auch in Bayern, was völlig verkehrt ist. Also wenn wir

00:27:59: frühzeitig aufklären, dass jeder Abschluss wertvoll ist, dass man jedem

00:28:05: Abschluss einen interessanten und auch für die Gemeinschaft wichtigen Bürofe

00:28:08: lernen kann. Dass sich in jedem Abschluss mir mein Lebensunterhalt verdienen kann.

00:28:14: Und dass ich dann sogar mit jedem Abschluss immer noch die Möglichkeit habe,

00:28:18: weiterzumachen. Ich finde das eine der besten Sätzen zum Bildungssystem. Ich

00:28:22: glaube es vom Hans Mayer damals gewesen, kein Abschluss ohne Anschluss. Und das

00:28:25: gilt in Bayern ohne Frage. Also warum dieser Druck an der Stelle, warum diese

00:28:31: einseitige Ausrichtung auf das Gymnasium es völlig unberechtigt und ich vermute,

00:28:36: dass es durchaus auch viel mit mangel der Aufklärung zu tun hat.

00:28:42: Zimmerwürder bei den Erziehungskollektionen, diese Gespräche müssen

00:28:46: halt geführt werden. Wie Sie vor allem in der Zeitraum der Vater wollte es nicht,

00:28:50: der Lehrer wollte schon, da ist er, hat er Gespräch stattfunden und es ist wichtig.

00:28:54: Die Gespräche sind wichtig und die braucht man mehr in Schulen, damit wir für

00:28:58: jedes Kind den bestmöglichen Weg finden können. Und der ist offen gestanden, so

00:29:03: hart es klingt, nicht das Gymnasium für alle Kinder.

00:29:10: Hätte auch darauf bestehen können, hätte auch sagen können, dass meine Kinder

00:29:14: haben sie gar nichts mitzureden, dass so der Ton dem auf der zu findet zwischen

00:29:19: Wo ich sage, na dann fragt nicht, wenn es dir nichts von mir sagen lassen.

00:29:23: Wo ist dann noch zu der Akademiker, der schust, der letzte Schust, der kommt dann am Ende.

00:29:29: Wenn er dann seine akademische Ausbildung fertig hat, aber den Weg nicht weitergehen kann,

00:29:34: dann landet er irgendwo im Handwerk oder sonst wo das Handwerk, ich sage dann, die zweite Wahl,

00:29:42: dabei war es die erste Wahl gewesen, wenn es die direkt darauf vorbereitet hätte,

00:29:45: und er muss sich ohieren und was bringt er jetzt die ganze Studiererei?

00:29:49: Also wenn ich studieren, auch nichts gewesen war.

00:29:52: Das heißt er hat eigentlich nur null Zumenspiele, er hat nichts eigentlich erreicht

00:29:57: und jetzt frage ich mich, welcher Selbstwertgefühl soll dahinter entstehen.

00:30:01: Das ist genau das Problem, das haben wir, bei mir war es wirklich sehr gut,

00:30:05: weil ich wusste, ich mache jetzt diese Schuhe, weil ich halt Fahrer wäre,

00:30:11: ich habe das mit 16, 17 Wurst, also in Gustrum, ich war nie wegen einem Studium,

00:30:16: mein Vater hat mich dann gefragt, was ich mache, was ich mache, wenn ich nebfahrer war,

00:30:20: ich habe mich dann heidern und so weiter, ich sage dann nichts, ich gehe jetzt zur Polizei.

00:30:23: Ich hätte nicht gewusst, was ich studieren soll.

00:30:25: Das heißt ich hatte diese innere Offenheit und Freiheit zu sagen, ich habe es einmal abgemacht,

00:30:30: aber ich muss nicht studieren, ich gehe dann an einen anderen Weg.

00:30:33: Und ich habe auch viele Leute fragen, wie ich mich leider reagiere,

00:30:36: ich habe gesagt, du wirst ein Fahrer, ich hätte das nicht mehr mitgehen können.

00:30:40: Das war genau so positiv, ob noch mal werden wir diese Berufsentscheidung, eine unterfielen.

00:30:46: Und ich glaube, diese Einfachheit an unseren Kindern gegenüber, die haben halt viele nicht da.

00:30:51: Ich habe wirklich jetzt nicht Lacher, aber ich habe keine Familie, der Bull ist in der vierten Glast,

00:30:56: da macht sich die Mama jetzt schon Sorgen, ob der Bull es auch bei Tours schafft.

00:31:00: Na ja, sie lacher, ich war noch neun Jahre.

00:31:04: Na ehrlich, die meint es aber gut, das ist eine ganze Liebe, eine tolle Mutter,

00:31:09: und ich sage, hallo, wo kann ich die gizzeln? Das kann es nicht sein.

00:31:15: Na das ist ja, Höllen, Höllen tritt ja vorhin, ist neun Jahre lang.

00:31:19: Aber der Druck ist ja auch von der Politik, man misst ja Bildungserfolge in Bayern nach Abschlüssen,

00:31:23: Kymnasialen abschlüssen?

00:31:25: Ja, das stimmt. Also die Bildungspolitik macht ja schon den Fehler.

00:31:29: Wann es immer auch irgendwie ums Bildungssystem geht, erst die Blick aufs Gymnasium,

00:31:33: also wie Storyquote und so weiter.

00:31:35: Die anderen Schulen, die thematisiert man nicht, darum haben wir ja auch das Problem,

00:31:39: weil wir vorhin über die Mittelschulen gesprochen haben,

00:31:41: dass zum Beispiel dieser brutal aufglafende Mangel an Studenten im Mittelschulbereich,

00:31:47: der wird nicht registriert, den kann man noch so oft ans Ministerium weitergeben,

00:31:52: da passiert nichts. Und ich stelle mir, mach mir die Frage, was ist das Ziel jetzt dann?

00:31:57: Schafft man die Mittelschulen ab?

00:32:00: Eine Lösung, zweite Lösung,

00:32:02: wir schicken alle anderen Lärmter in die Mittelschulen rein.

00:32:05: Alles wird nicht funktionieren.

00:32:07: Und es gibt ja nur noch vier Bundesländer, wo es real schon gibt, was viele nicht wissen.

00:32:11: Ja, also da hat sich auch viel verschoben in der Bildungspolitik

00:32:18: durch falsche Schwerpunktsetzungen, die man echt wieder aufwohlen muss.

00:32:22: Also da ist unser System echt ein bisschen ans Ende gekommen,

00:32:26: manchmal aber auch aus Unwissenheit an der politischen Spitze.

00:32:32: Aber Sie sind ja viel bei Bands, bei der CSU, im Ministerium.

00:32:35: Ist es dann nicht oder fühlt es sich nicht grob fahrlässig an,

00:32:38: wenn man mandramäßig, wie wir das verbannt,

00:32:40: auch in die Mittelschulen in den Blick nimmt, die Themen ansprechen

00:32:43: und dann einfach, warum auch immer nichts passiert?

00:32:45: Absolut fahrlässig, aber es ist ja nicht der einzige Bereich.

00:32:48: Ich würde sagen, wir docken jetzt seit 10, 20 Jahren an dem System Schule rum

00:32:53: und vieles ohne wissenschaftliche Fundierung,

00:32:57: irgendwie so aus dem Bau heraus, der Minister sagt es,

00:33:00: der andere Minister sagt jenes, ohne empirische Studien,

00:33:03: auch ohne manchmal den Versuch auch noch herausfinden zu wollen,

00:33:07: funktioniert denn das eigentlich, was ich jetzt gerade anstoße?

00:33:11: Da haben wir absolut einen blinden Fleck,

00:33:14: also wir navigieren manchmal durch das Bildungssystem

00:33:16: mit beiden Händen vor den Augen, reformieren da, reformieren dort

00:33:21: und wissen überhaupt nicht, wie das funktioniert.

00:33:23: Und das ist natürlich verteilt, wenn man so ein Bildungssystem

00:33:26: versucht zu steuern, weil das nicht funktionieren kann.

00:33:28: Ich finde mittlerweile, also wir verschlimmen besser nicht mehr alles,

00:33:32: pflasternd darum und wollen, dass die Wirtschaft wächst,

00:33:35: aber die Wirtschaft kann nur dann wachsen,

00:33:37: wenn wir gute Schüler hier rausbringen

00:33:39: und der Lehrer auch eine Haltung hat

00:33:41: und der Lehrer begeistert ist von dem, was er tut

00:33:43: und da auch in sich hier ruht.

00:33:46: Und da ist der große Punkt, deswegen sind wir heute auch bei Ihnen,

00:33:48: Lehrerbildung.

00:33:50: Was müsste sich Ihrer Meinung nach dringend ändern

00:33:53: in der Lehrkräfterausbildung?

00:33:55: Es gibt ein schönes Zitat von John Hetty, der sagt,

00:33:58: die Lehrerbildung ist die notleitende Institution weltweit,

00:34:01: die mich uneingeschränkt zustimme, hat eigentlich ein Null-Effekt,

00:34:06: ich spitz mach mir gern zu und sag, sie können genauso gut 6 Monate

00:34:09: auf dem Marienplatz gehen und haben den selben Effekt,

00:34:11: 6 Jahre auf dem Marienplatz gehen und haben den selben Effekt,

00:34:13: als wir, wenn sie studieren würden, weil der fast nicht messbar ist.

00:34:16: Warum?

00:34:18: Weil die Lehrerbildung aus meiner Sicht seit Jahrzehnten

00:34:21: die falschen Ziele setzt und Perspektiven auch mitbringt.

00:34:26: Wir müssen zum Beispiel wegkommen von dem Glauben,

00:34:29: dass die Lehrerbildung gerade in der ersten Phase

00:34:32: allein damit das Ziele reicht,

00:34:35: dass wir den jungen Menschen Fachkompetenz vermitteln.

00:34:39: So wichtig die ist, wir wissen aber später,

00:34:41: dass was anderes noch viel, viel wichtig ist,

00:34:43: weil es letztendlich im Hintergrund darüber entscheidet,

00:34:46: ob ich mein Fachkompetenz richtig einsetze oder nicht,

00:34:49: das ist der Aspekt der Haltung.

00:34:51: Wie definiere ich mich eigentlich als Lehrer?

00:34:54: Wo sehe ich meine Ziel, welche Vision habe ich,

00:34:56: wie versuche ich meinen Bildungs- und Erziehungsauftrag umzusetzen?

00:35:00: Wenn wir in die bayerische Verfassung schauen,

00:35:02: dann sehen wir recht schon, der Bildungs- und Erziehungsauftrag heißt nicht,

00:35:04: Mathe zu vermitteln, Deutsch vermitteln, Englisch vermitteln,

00:35:06: sondern das gründet den Werten.

00:35:08: Und der erste Wert in der bayerischen Verfassung ist,

00:35:11: die Erfacht für Gott.

00:35:13: Und da sieht man schon mal,

00:35:15: welche fundamentale Aufgabe eigentlich hinter dieser Lehrerbildung steht.

00:35:21: Und das haben wir bisher überhaupt nicht am Schirm.

00:35:24: Also wir machen die zu Fachideoten, ich spitz jetzt zu,

00:35:27: und verkennen es eigentlich, dass die so was wie Bildungsagenten sind,

00:35:30: dass die Menschen sind, die andere Menschen,

00:35:32: junge Menschen herausfordern müssen, die ihnen ein Weg zeigen,

00:35:35: die Leidenschaft wecken müssen, die Ideen da reinbringen.

00:35:38: Das ist ja die Aufgabe.

00:35:40: Wenn es über mein Fach funktioniert, wunderbar.

00:35:42: Aber das Fach hat immer nur dienen Funktionen an der Stelle.

00:35:44: Und das muss bei den Leuten vermitteln.

00:35:46: Die Papen mit dem Punkt,

00:35:48: zweites, das wurde man bisher überhaupt nicht am Schirm haben,

00:35:51: wir sozialisieren die jungen Menschen von Anfang an

00:35:53: in der Schule zum Einzelkämpfer.

00:35:55: Also gerade die zweite Phase, wo man dann seine Lehrerprüfungen machen muss,

00:35:59: immer allein vor der Klasse.

00:36:01: Und später erwarten wir, dass die jungen Menschen,

00:36:03: Kooperieren, Zusammenarbeiten, gemeinsam Probleme lösen.

00:36:06: Wie soll das funktionieren?

00:36:08: Also auch hier muss man Lehrerbildung neu denken.

00:36:10: Wir müssen diesen Team Gedanken viel stärker reinbringen,

00:36:13: gerade weil wir auch wissen aus der Forschung,

00:36:15: dass die Schulen, die erfolgreich sind,

00:36:17: die so was wie kollektive Wirksamkeitserwartung heißen,

00:36:21: in der Forschung also eine gemeinsame Vision von Schule entwickeln.

00:36:24: Gemeinsam die Herausforderung definieren,

00:36:26: gemeinsam versuchen, die Probleme zu lösen.

00:36:28: Das heißt übrigens nicht, dass alle da nicht selber machen.

00:36:32: Aber zumindest, dass wir gemeinsam erkennen, was ist die Richtung

00:36:36: und jetzt bringt sich jeder seine Möglichkeiten nach

00:36:39: in dieses System, in diese Schule ein.

00:36:41: Und so was steht auch nicht am Schirm.

00:36:44: Also wir haben hier eine Reihe von falschen Ausrichtungen

00:36:48: der Lehrerbildung, die schon längst bekannt sind,

00:36:50: aber die man bis heute nicht gelöst hat,

00:36:52: sondern wie Sie es vorhin gesagt haben,

00:36:54: ihr Gopel wird Doktor, da fleiß ich rum,

00:36:56: wir pflastern da und pflastern dort,

00:36:58: in der Hoffnung, dass es irgendwann besser wird.

00:37:00: Aber so lösen wir keine Probleme,

00:37:02: sondern verschlimmen besser hat man sich häufig.

00:37:04: Jetzt wissen wir es, was zu tun ist.

00:37:07: Und jetzt kommt die Gerätchenfrage,

00:37:09: wer macht es, wer ändert das System?

00:37:12: Das ist eigentlich relativ einfach aus meiner Sicht,

00:37:16: weil die entscheidenden Leute ganz oben in der Spitze

00:37:19: des Bildungssystems sind.

00:37:20: Wer sagt es ihnen?

00:37:22: Wer ist nah genug dran, wer pflüstert es ihnen in den Ohr

00:37:25: und sagt, tue was, mach was,

00:37:28: sonst ist der Karren an der Bank gefahren.

00:37:30: Das machen wir als eine Bandreiner

00:37:32: und das macht der Erzierer bei BANZ und an der Uni

00:37:35: und auch bei der Kultusministerin, das weiß ich.

00:37:38: Sie wissen es, oder?

00:37:41: Ja, wissen heißt aber nicht unbedingt verstehen.

00:37:44: Stimmt.

00:37:45: Und das ist manchmal nur die Schwierigkeit.

00:37:47: Wissen ist Macht, wir wissen nichts Macht nicht.

00:37:49: Nein, es ist ein bisschen flapsig, blüht er hergesprochen,

00:37:51: aber das ist tatsächlich so,

00:37:53: weil oftmals sind Menschen in diesen Positionen keine Lehrer.

00:37:56: Richtig, und das ist ein Riesenproblem.

00:37:58: Eines Systemkenntnis, und damit wird es schwierig.

00:38:01: Und das meine ich jetzt gar nicht abwertend zu Zeiten meines Großvaters.

00:38:04: Gabs in jedem Ministerium einen Experten,

00:38:06: einen Lehrer, einen Bauer, einen Überreiter,

00:38:08: hat die damals dahingesetzt und die hatten keinen Mandat.

00:38:11: Das ist heute anders, auch das hat sich verändert.

00:38:13: Das ist das Schwierige, das man sich da reinfuchsen muss,

00:38:16: das man sich reinarbeiten muss, das man es verstehen muss,

00:38:18: das man es verstanden hat,

00:38:19: das man in einem anderen Ministerium oder abgewählt.

00:38:23: Ja, und was ich glaube,

00:38:27: sich schon massiv verändert hat

00:38:29: an der politischen Spitze,

00:38:31: dass die Zeit ungeheuer schnelllebig geworden ist,

00:38:34: auch durch die Sozialmedien.

00:38:36: Ich habe manchmal das Gefühl,

00:38:37: die haben gar keine Zeit zum Nachdenken.

00:38:39: Also die bekommen so viele Anfragen von dort und dort,

00:38:41: und dort der Termin, der nächste Termin.

00:38:43: Also im Grunde müssten die ja sich nach jedem Gespräch,

00:38:45: dass sie vielleicht mit einem von uns führen,

00:38:48: zwei Stunden Zeit nehmen, um das zu reflektieren.

00:38:51: Die Zeit haben sie sich nicht oder nehmen sie sich nicht,

00:38:54: und damit ist es eigentlich vielfach umsonst.

00:38:57: Und dann sind Häuser dahinter,

00:38:59: sie sind ein kultes Ministerien und Wissenschaftsministerium

00:39:02: und bliebler Blub, die recht groß sind,

00:39:04: wo dann auch oftmals nur viele Logen drin sitzen,

00:39:07: Gymnasialer und die Mittelschule auch noch nicht so kennen,

00:39:10: weil sie da noch nie waren.

00:39:12: Ich sage es deswegen,

00:39:13: und ich erkläre es den Hörern und Hörern,

00:39:15: weil viele Angst von der AfD haben.

00:39:17: So viel verändert sich in unsere Politik auch gerade nicht mit der CSU,

00:39:20: und wenn eine andere Partei dran kommt,

00:39:21: wird auch nicht so viel sich so schnell verändern können,

00:39:23: weil unsere Mechanismen so sind, dass diese Träge sind.

00:39:26: Noch?

00:39:27: Noch die Motto, es ist uns egal wer uns Minister ist.

00:39:30: Genau, also das meine ich jetzt nicht ernsthaft,

00:39:33: aber das ist so.

00:39:34: Die Mechanismen dahinter sind ja auch sehr starre und sehr noch eingefahren.

00:39:41: Und das ist ja oft so, dass die Ministerien auch ein Doppelhaus haben.

00:39:44: Also hier das Ministerium stellt einen Spiegelminister in der Staatskanzlei,

00:39:48: einen Amtschef, und das ist dann auch immer so ein Häuserkampf.

00:39:53: Und wir haben vorhin viel über die Kultur gesprochen,

00:39:56: auch hier seh ich es gesellschaftlich schon schlimm,

00:39:58: dass Kultur nur noch den Zugang hat für die Menschen, die es leisten können.

00:40:03: Eine Opa, was auch immer ein Musical ist, kann sie nicht mehr jeder leisten.

00:40:07: Und wie soll ich, wenn ich den Zugang dazu nicht habe,

00:40:10: das dann als Lehrer wie auch immer in der Schule unterrichten?

00:40:13: Also vielleicht nur ein Gedanken zu diesen parteipolitischen Geschichten.

00:40:18: Gestern mit Mariel Lescher,

00:40:20: der hat schon ein langes Gespräch gehabt und der hat was recht schönes gesagt,

00:40:23: Naturschutz hat kein Parteibuch.

00:40:26: Das stimmt, sollte es nicht haben.

00:40:28: Und ich würde den selben Anspruch für Bildung eigentlich erheben wollen.

00:40:31: Leider ist es nicht so.

00:40:33: Bildungspolitik ist manchmal total parteipolitisches Gezehrchen

00:40:37: nach links und nach rechts zu Lasten und auf Kosten der Jüngsten in unserer Gesellschaft.

00:40:42: Und das dürfte eigentlich nicht sein,

00:40:44: weil Bildung ist zu wichtig, ist eigentlich die Quelle für unseren Zusammenhalt,

00:40:51: für unsere Gemeinschaft, auch für unseren Wohlstand letztendlich,

00:40:54: selbst für unsere Demokratie, wo es tolle Studien gibt,

00:40:57: wo man das wunderbar nachweisen kann.

00:40:59: Und insofern darf das nicht an irgendein Parteibuch hängen,

00:41:02: sondern eigentlich müsste genau für solche Fragen über die Parteien übergreifend

00:41:07: eine Zusammenarbeit festgelegt werden,

00:41:10: dass wir da nicht uns irgendwie versuchen, auszubrellen,

00:41:13: sondern zum Wohl der Kinder gemeinsam ihr Versuch, die besten Wege zu finden.

00:41:17: Und das sehe ich heute nicht.

00:41:19: Also wir haben immer noch der eine Antrag von dort oder andere anvertört

00:41:22: und man kämpft sich da parteipolitisch ab, eben zu Lasten der Kinder.

00:41:26: Ich finde, man mal auch die Parteien das Problem,

00:41:29: wenn ich im Landtag dann irgendwelche Andrige verfolge, wie Sie es sagen,

00:41:31: dann stellt die regierende Partei einen Antrag abgesprochen

00:41:34: mit der koalierten Partei und alle anderen Lehnen ab.

00:41:38: Und hier und da ist das alles abgesprochen, davor schon.

00:41:41: Und ich verstehe dann die Kritik der Gesellschaft,

00:41:43: dass das Hintertürpolitik ist oder was auch immer.

00:41:46: Wenn jeder nach seinem Parteibuch abstimmt, ist doch ein Mensch gewählt

00:41:50: und ich gehe da mit meiner Meinung, mit meinem Rückgrat da rein

00:41:52: und bin kein Parteisoldart.

00:41:54: Und das kritisiere ich schon auch an allen Politikern heute.

00:41:57: Ich habe eigene Meinung.

00:41:58: Ich bin hier mit meinem Parteibuch da reingekommen, wunderbar.

00:42:00: Aber ich muss als Mensch doch hier meine Mitglieder, meine Bürger, vertreten.

00:42:05: Ich bin kein Herdentier.

00:42:08: Ich habe von meinem Vater einen ganz wichtigen Satz bekommen.

00:42:12: Er hat gesagt, das, was du lernst, auch wenn es anstrengend ist,

00:42:16: das ist nicht einfach nur dafür da, dass das, wie wir jetzt schon festgestellt haben,

00:42:20: nur irgendwann noch mehr ablieferst, wie er war.

00:42:22: So ein "es gehört dir".

00:42:24: Bildung ist ein Gut, das vor allem dir nie unternehmen kann.

00:42:27: Ich habe gesagt, ich kann da alles nehmen.

00:42:29: Besitz, Freiheit, Äußerlichkeit, ich kann da alles nehmen.

00:42:33: Nur nicht die Bildung, die bleibt.

00:42:35: Auf einer Ebene mit Glaube und Liebe.

00:42:38: Und deswegen eignest du dir das an.

00:42:41: Du bist verantwortlich dafür, wie viel bleibt, wie du das erhältst, bewahrst,

00:42:46: wie lange du weiter trainierst.

00:42:48: Auf Deutsch gesagt, geistige Körbische ist.

00:42:50: Was macht der alter Mensch?

00:42:52: Schließt er noch was?

00:42:53: Oder vergemmelt er wirklich nur vor der Glatze?

00:42:56: Es sind alles deine Entscheidungen.

00:42:57: Und so hat er versucht, mir das beizubringen.

00:43:00: Wie mein Schulalltag sehen soll.

00:43:02: Er hat gesagt, die für dich darin verantwortlich sind,

00:43:05: die machen das nicht, weil sie die Ärgern wollen,

00:43:07: weil sie Spaßdruh haben,

00:43:08: sondern weil sie dich brauchen, auch um sich weiterzuentwickeln.

00:43:11: Sie sind ein Sparringspartner.

00:43:13: Und sie sind froh, wenn du mit ihnen etwas zur Wege bringst.

00:43:17: Und ich hatte wirklich das Glück, ich hatte Lehrer,

00:43:20: die uns das so vermittelt haben, die uns gesagt haben,

00:43:23: ich brauche jetzt euch als Klasse,

00:43:25: damit wir zum Beispiel in dieser Jahrgangsstufe,

00:43:28: diesen Stoff in dieser Form miteinander entwickeln.

00:43:31: Und die haben sich sogar noch gefreut, wenn wir gute Noten gehabt haben.

00:43:34: Die haben sich mit uns gefreut.

00:43:36: Genauso wie sie mit uns gelitten haben,

00:43:38: wenn sie da nicht so gut waren.

00:43:40: Das heißt, du hast gemerkt, das ist ein Gemeinschaftsprojekt.

00:43:42: Und das war für mich Staatskunde.

00:43:45: Für mich war klar, ich werde mal später,

00:43:48: das war auch dieser Satz von meinem Vater,

00:43:50: du musst immer so arbeiten,

00:43:51: als wenn die Firma, wo der Arbeitsjahr gehört,

00:43:53: du wirst einmal deine ganze Arbeitskraft,

00:43:56: deine ganze Energie so einsetzen,

00:43:58: damit das Gemeinwesen daran wachsen kann.

00:44:01: Und nicht nur du, Aloha.

00:44:03: Also das, was man dann in der Theorie lerne,

00:44:06: mit Solidaritätsprinzip und Personalitätsprinzip,

00:44:09: dass es sich ergänzen muss,

00:44:11: das haben wir spielerisch diese neun Jahre lernen dürfen.

00:44:14: Es war freie Zeit, es war luxuriös,

00:44:17: es war privilegiert, es über die vielen Jahre machen zu dürfen.

00:44:20: Also ich muss sagen, wo darauf ich bledier,

00:44:24: dass wir alle miteinander viel mehr positive Werbung dafür machen,

00:44:28: dass es maximal toll ist, dass man auf die Schule gehen kann.

00:44:33: Dass es kaum muss ist.

00:44:35: Schule als der schönste Ort,

00:44:37: weil man ungeheuer viele leben kann,

00:44:39: für sich mitnehmen kann und in der Gemeinschaft ist.

00:44:42: So soll es sein.

00:44:44: Das ist manchmal auch die Quintessenz,

00:44:46: wenn wir darüber sprechen, wer kann es verändern.

00:44:49: Natürlich strukturell kann es nur die Spitze verändern

00:44:52: und nichtsdestotrotz, und das glaube ich ist ja ein Stück weit

00:44:55: auch bei der gruschen Verantwortung, zu sagen,

00:44:58: selbst wenn ich in einem System bin, wo ich merke,

00:45:01: passt es eine, passt es andere,

00:45:03: ich kann dennoch immer vor Ort ungeheuer viel bewirken,

00:45:08: weil ich halt einen Zugang und einen Einfluss auf die Kinder habe,

00:45:11: die mir anvertraut sind.

00:45:13: Das heißt, ich bin der letztendlich, der hier die Gemeinschaft bilden kann,

00:45:17: der Impulse setzen kann, der das miteinander fördern kann.

00:45:21: Das ist ja ein unschätzbarer Wert, den ich da habe

00:45:25: und die Möglichkeit, die ich habe, wenn ich mit den Kindern zusammen arbeite.

00:45:29: Und dann kann das System fast ja schon egal, wie das ist.

00:45:32: Den Einfluss, den kann mir keiner nehmen, ähnlich wie die Bildung.

00:45:35: So auch den Einfluss, den ich als Lehrer mit der Gruppe

00:45:37: für die Verantwortung trage.

00:45:39: Das ist ja ein unschätzbarer Wert, den ich leben kann

00:45:42: und wo ich meine Möglichkeiten empfalten kann.

00:45:44: Die Spitze lernt von der Basis, und da bin ich bei der Kirche.

00:45:47: Die Veränderungen, die wir heute in der Kirche haben,

00:45:49: kommen nicht von der Spitze.

00:45:51: Da wirst du nicht glauben, dass irgendein Bischof oder irgendein Pop

00:45:54: ein neues Verhältnis zur Kirche zur Frau aufbauen würde.

00:45:58: Wäre nicht der Druck von der Basis da.

00:46:01: Jetzt nicht in die Gemeinden das gegeben, eine Völlige Selbstverständlichkeit,

00:46:05: dass wir uns darauf konzentrieren, dass es Frauen sind,

00:46:09: die Mütter sind, die die ersten Glaubensverkündiger sind,

00:46:12: die uns dann begleiten, die Komiomütter usw.

00:46:15: Wäre die Entwicklung aus der Basis herausgekommen,

00:46:19: niemander von der Oben hätte es gemerkt.

00:46:21: Wenn ein Papster so her spricht,

00:46:24: dass Marianische Prinzip ist wichtig,

00:46:26: das ist die Petrinische, mein Gott, also gebleib bei deinen Sprüchen.

00:46:29: Du musst irgendwann mal voll hinlangen,

00:46:32: es gibt nur Detailhabe, an der sogenannten Macht,

00:46:35: wie in die Frauen, in der Sakramentenspennung, angekommen sind.

00:46:38: Und sie werden angekommen.

00:46:40: Ich würde gar keinen verdrösten.

00:46:42: Ich würde sagen, dass es nicht so, dass man sich in der Oben einmal erleuchtet.

00:46:46: Jetzt machen wir das, sondern weil sich von unten die Entwicklung durchgesetzt hat.

00:46:49: Da ist sicher was dran.

00:46:51: Im Grunde ist das der urgedankte Revolution.

00:46:54: Die wird eher in der Basis vorbereitet und bis die Spitze überzeugt hat.

00:46:58: Die Spitze ist eher träge, an Macht, halten, orientiert.

00:47:02: Und wird in Schulen sicherlich vieles dann auch aus Studien sich bestätigen,

00:47:09: wenn wir erkennen können, dass die Einzelschule mit diesem gemeinsamen Weg,

00:47:13: wenn wir über kollektive Wirksamkeitserwartungen gesprochen,

00:47:16: durchaus an der Einzelschule ungeheuer viel verändern kann.

00:47:20: Und wenn das sozusagen überschwappt auf andere Schulen,

00:47:23: wenn Schulen sich verbinden und vernetzen, dann hat man auf einmal ein Basis,

00:47:27: wo dann selbst der Kultusministerium sagen muss, okay, da verändert sich gerade was.

00:47:32: Also wir können gar nicht mehr dagegen, wir können dir denn unterstützen,

00:47:35: dass sie es noch besser hinbekommen.

00:47:37: Und das ist sicherlich ein schöner peräkulischer Gedanke,

00:47:39: wenn man sagt, das können wir vor Ort leisten und dass diesen Weg sollten wir gehen.

00:47:43: Und die Schöne ist dann noch, dass kein Kultusministerium den Rahmen so stecken kann,

00:47:49: dass es keine Graubereiche gibt.

00:47:51: Und ist meine letzte Empfehlung immer an Schulen, wenn ich draus bin bei Vorträgen,

00:47:54: dass sie sagen, nutzen Sie die Graubereiche.

00:47:57: Da haben Sie Gestaltungsmöglichkeiten.

00:47:59: Da können Sie reingehen und können sagen, jetzt bewegen wir uns mal

00:48:01: und jetzt bewegen wir den großen Tankerschulen in eine Richtung,

00:48:04: der aus unserer Sicht sehr wichtig ist.

00:48:06: Das ist ein wichtiges sein. Schreiben Sie in dem Buch, wir brauchen mehr Visionäre

00:48:09: und weniger Beamte. Wie meinen Sie das?

00:48:12: Genau in dem Sinn. Also wenn wir in der Basis nur Gefolgsleute haben,

00:48:16: die alles tadellos abhaken, was da von oben nach unten herabgegeben wird

00:48:22: und sogar noch im vorauseilenden Gehorsam alles noch viel besser gemacht wird,

00:48:26: das führt nicht dazu, dass wir diese, diese situative Kraft,

00:48:31: die man in der Schule erbraucht, mitbringt.

00:48:34: Uns muss ja klar sein, dass wir durchaus strukturell die Schule

00:48:38: auf ein Fundament setzen. Aber die Lebenswelt kann ich ja so nicht fassen,

00:48:44: sondern die ist ja sehr volatil, die verändert sich.

00:48:47: Wenn Sie mal schauen, was wir in den letzten Wochen, Monaten für Ereignisse hatten,

00:48:52: Schule darf doch doch nicht schweigen, sondern ich muss doch auch das irgendwo aufgreifen.

00:48:57: Und wenn ich jetzt nur noch, Dienstag Vorschrift und das alles so abbaue,

00:49:00: dann sage ich, nein, steht nicht im Lehrplan, kann ich mich dazu nicht äußern.

00:49:03: Das war ja fatal. Also muss ich visionär sein und sagen, okay, was bewegt sich hier?

00:49:08: Wie nehme ich sowas auf und wie bringe ich das in mein Unterricht rein?

00:49:12: Da bewegt sich gerade einiges. Die AfD ist auf der Detaktor, ein aktuelles Beispiel.

00:49:16: Und jetzt stellen sich manche Lehrer bei uns die Frage, darf ich das im Unterricht diskutieren?

00:49:22: Na, Sie müssen es diskutieren aus meiner Sicht.

00:49:27: Also, Herausforderungen nicht zu kommunizieren, bin ich beim schönen Weizleweg.

00:49:32: Man kann nicht nicht kommunizieren, weil wir sie nicht besprechen,

00:49:34: haben sie ab und überlastet den anderen.

00:49:36: Also, wir haben ja schon die Herausforderung in der Schule,

00:49:39: alles, was in der Gesellschaft irgendwo aufblubt und bei den Kindern auch ankommt,

00:49:43: aufzugreifen und altesgemäß anzusprechen.

00:49:47: Und dafür gibt es ja eigentlich den schönen Beutelsbacher Konsens,

00:49:51: den ja viele falsch interpretieren als Neutralitätsgebot zu sagen,

00:49:54: ich darf mir dazu nicht äußern, was so nicht drinsteht,

00:49:56: sondern der Beutelsbacher Konsens hat drei Prinzipien,

00:49:59: erstens Diversitätsgebot, das heißt, alles, was in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird,

00:50:04: muss sich auch in der Schule kontrovers diskutieren.

00:50:07: Zweitens Überwältigungsverbot, das heißt, ich darf den Schüler nicht meine Meinung aufhüchterieren

00:50:12: und sagen, das ist jetzt der richtige Weg.

00:50:14: Und drittens Schülerorientierung, das heißt, ich muss den Unterricht zugestalten,

00:50:17: dass die wirklich diskutieren können, dass sie nachdenken können,

00:50:19: dass sie streiten lernen, dass sie sich aber ihre Versöhnung lernen,

00:50:22: aber dass eben dieser Austausch, dieser Prozess des Nachwahrheitssuchen

00:50:29: und noch der richtigen Lösung ringend, das muss bei zentralen Fragen unserer Zeit in die Schule rein.

00:50:36: Und darum kann ich mich zu aktuellen Themen nicht nicht verhalten,

00:50:40: sondern wenn was auftaucht, muss sich das aufgreifen und entsprechend behandeln.

00:50:44: Und noch dazu schwör, dann beabte ich auf die Bayerische Verfassung und auf unser Grundgesetz.

00:50:48: Und wenn da etwas kommt, was das Grundgesetz gefährdet, dann müsste ich das doch eigentlich auch ansprechen dürfen.

00:50:53: Definitiv. Und darum stehen ja zurecht die Werte an erster Stelle im der Bayerischen Verfassung.

00:50:59: Ja, und das gerade angesichts dieser Tiktok-Manier, der Anteil junger Leute, die AfD wählen,

00:51:05: ist ja immer größer geworden und man weiß aber, warum, weil die fühlten Sicherheit mit diesen Tiktoks,

00:51:11: das kürze Videos, AfD macht das ja perfekt. Nur ganz klar ist der Zeitminister rein

00:51:16: und das dann wird Paz Pratoto das für das Ganze genommen.

00:51:20: Und dagegen muss er eigentlich genauso ein Konzept für das, das beschreiben, sich stellen und sagen,

00:51:25: "Nah, du musst schon alle umfassen, dann mal sehen, vor was wird denn hier wirklich geredet?"

00:51:29: Lehrer bei uns hat einmal gesagt am Anfang des Schuljahres, der Lehrbleib ist kein Futtermittel-Katalog.

00:51:35: Das ist nur eine Auswahl. Was wir machen, das steht uns dieses Jahr bevor

00:51:42: und wir orientieren uns auch an allen Seiten. Das ist nicht das selbe, wie wenn ein Lehrer sich hinstellt

00:51:46: und sagt, das Schüler fragt, worauf sie den Lust hätten, warum sie den noch sehr arbeiten machen,

00:51:51: ja wirklich nicht. Aber einfach klar, wie sie richtig sagen, reinnehmen von außen, auch mittels Personen,

00:51:58: ich bin auch ein großer Anhänger davon, dass man Profis, dass man Personen aus berufsweigen Mitte reinholt.

00:52:06: Darum nehme ich ja ich hier in Malwerbog an der eigenen Stelle jede Einladung an, wenn Lehrer zu mir kommen,

00:52:12: aber sie kommen und sagen, würden Sie mal in Unterricht kommen, setzen mich auf den heißen Stuhl

00:52:17: und feiten mir da stundenlang mit der Oberstufe. Aber irgendwann habe ich dann auch den Punkt erreicht,

00:52:23: so gewitze ich mich wirklich um ein Zöllebauer drin, hier wollte ich ein einziger Pfarrer werden.

00:52:27: Erinnere ich mir doch über andere Dinge, erinnere ich mir über das, was uns letzte Woche war in einem Gymnasium

00:52:34: und da war gerade vorher die Feier 80 Jahre aus Schwitz. Da habe ich gesagt, wer hat es angeschaut?

00:52:39: Keiner. So, darüber müssen wir reden. Wir können hier nicht nie wieder jetzt sagen

00:52:45: und da muss ich mir aber damit beschäftigen. Erinnere ich mir doch darüber,

00:52:48: welches ist das da und schiebe, so kollektive Schuld, kollektive Verantwortung.

00:52:52: Klar, das muss der Meng, das muss der Kenner und der Magst und die Kons und das ist gut und das ist richtig.

00:52:58: Also da muss der Unterricht sich sehr, sehr offen zeigen. Und zwar bitte nicht nur vor den großen Fähren,

00:53:04: mit der Lehrer nicht mehr weiß, was er da ist, sondern auch dazwischen.

00:53:08: Unbedingt.

00:53:09: Das war dann, wenn es aufklickt ist.

00:53:11: Ganz genau.

00:53:12: Da muss er tief hin.

00:53:13: Vor den Wahlen.

00:53:14: Wieso hole ich mir jetzt Lehrer nicht mehr so ein Abgeordneten rein und so,

00:53:18: als wir wissen, wieso kandidierst du jetzt? Jetzt bach gestandt.

00:53:22: Um die sechs Wochen glaube ich Verbot davor vor der Wahl, der fährt nicht.

00:53:26: Aber prinzipiell definitiv, die Themen, wenn aufblubt, dann muss ich es jetzt besprechen.

00:53:31: Kindergerns mit und wenn es wir nicht machen, dann passiert Tiktok-Manus.

00:53:35: Aber da haben es Verbot auf das Tiktok der Feier gehen.

00:53:37: Das schauen sie an.

00:53:38: Das ist schon klar.

00:53:39: Und damit hängen sie unangeneinander.

00:53:41: Unser Umgang mit den sozialen Medien ist es aber so völlig schräg.

00:53:44: Wir verbieten dieses und jenes und bei sozialen Medien lasst man alles laufen

00:53:49: und ist alles schön und recht, was völlig irre ist.

00:53:52: Vor allem wenn man da reinschaut und sieht, was da alles drin rumschwirt.

00:53:56: Also was man da sieht von gewaltdelikten Kriegsverbrechen.

00:53:59: Also man sieht ja alles da drin.

00:54:01: Und das lasst man frei in den Lauf.

00:54:03: Und bei der Wahl macht man es dann ins Hemd und sagt, da geht nichts mehr.

00:54:07: Da haben wir noch viel aufzuholen.

00:54:09: Also gerade die ganze Digitalisierung im Sozialen Medien,

00:54:12: das ist schon was, was auch die Schule angehen muss

00:54:18: und wo ich immer dafür bin, wir brauchen klare Regeln,

00:54:21: dass das funktionieren kann.

00:54:22: Ich bin der neuen CB, den Ullrich Tuckur zitiert, der genau darauf hinweist

00:54:26: und sagt, wir waren früher noch im Zug in der Trambahn.

00:54:30: Wir haben noch miteinander gesprochen, vor allem haben uns ihn angeschaut.

00:54:33: Ja, dann heigest du rein und jeder schaut in sein Lichtkasten rein.

00:54:36: Ausschluss.

00:54:37: Und wie viel Zeit sie da verbringen?

00:54:39: 70 Stunden in der Woche im Internet, laut Postbank-Digitalstudie.

00:54:43: 10 Stunden am Tag.

00:54:45: Ja, das ist verrückt.

00:54:46: Du bleibst kurz, seit mein anderer den Daumen zu schauen.

00:54:48: Die können sie auch schon nicht mehr.

00:54:50: Aber wo wirst du nun Sport treiben?

00:54:51: Genau.

00:54:52: Ich habe schon mal einen Verband gefragt, wenn wir eine App machen würden,

00:54:55: also welche Funktion wäre das Wichtigste?

00:54:57: Die Wetter-App.

00:54:59: Und dann habe ich gesagt, Leute, schauts zuhause ein Fenster.

00:55:01: Und die App ist ja auch nicht immer irgendwie aktuell.

00:55:06: Also schon schräg geworden.

00:55:08: Zum Schluss, Herr Zierer, wollen wir mal das positivem rausgehen.

00:55:11: Jetzt haben wir viele Sachen auch diskutiert.

00:55:13: Wo wünschen Sie sich mehr davon?

00:55:15: Wo Sie sagen, das ist ein Projekt, da wünschen Sie sich mehr davon.

00:55:19: Oder ein Mensch oder ein Beispiel, wo man sich hinschauen und orientieren kann.

00:55:24: Also was ich mir wünschen würde in allen Bildungsbereichen, ist mehr Zeit.

00:55:30: Und die Zeit kriege ich, indem ich Lehrpläne, in Trümple,

00:55:34: indem ich Freiröme schaffe für die wichtigen Fragen.

00:55:37: Wo der Druck an der Stelle herausgebrüht.

00:55:40: Das muss man auch machen.

00:55:42: Wir haben die Lehrpläne so völlig in die Breite ausgeblättert,

00:55:45: dass wir ja nichts vergessen und vergessen dabei,

00:55:47: das Entscheidende wäre, in die Tiefe zu gehen.

00:55:49: Also Zeit, glaube ich, ist mit das Wichtigste im Bildungssystem.

00:55:53: Weil Bildung, was ist, was er Zeit braucht?

00:55:55: Wir können da nicht ein Turbo einlegen, auch kein Digitalisierungsturbo,

00:55:59: sondern Bildung braucht Zeit.

00:56:01: Weil damit verbunden sind Fehler, Erwege, Umwege, alles, was wir besprochen haben.

00:56:05: Also Zeit ist ein ganz entscheidender Punkt für Menschlichkeit.

00:56:08: Und die müssen wir uns auch wieder mehr nehmen.

00:56:11: Im Umgang mit den Kindern in der Interaktion,

00:56:13: aber auch zwischen den Kolleginnen und Kollegen.

00:56:15: Zum Beispiel immer mal den Vorschlag macht,

00:56:17: wir sollten eigentlich die Stundendepotate Lehrkräfte

00:56:21: um eine Stunde reduzieren,

00:56:23: aber nicht um die Stunde, den Lehrerinnen und Lehrer zu schenken,

00:56:25: sondern auf fest verankerte Zeit für Kooperation.

00:56:28: Dass wir die zusammenbringen, dass sie miteinander mal darüber reden,

00:56:32: was läuft bei mir gut, was läuft bei mir schlecht.

00:56:34: Dass wir auch als Lehrkräfte aus unseren Fehlern lernen.

00:56:38: Ich habe es mir hochgerennet.

00:56:40: Ein Lehrer unterrichtet im Laufe seines Lebens 35.000 Stunden.

00:56:43: In jeder Stunde steckt ein Fehler.

00:56:45: Wie gehen wir Lehrer mit unseren Fehlern um?

00:56:48: Viele Tür zu, Gott sei Dank hat es keiner gesehen.

00:56:51: Was verschwenden wir dann potenziell für Kommunikation,

00:56:53: für Interaktion, für Professionalisierung?

00:56:56: Also diese Zeit für das Miteinander,

00:56:59: das ist was, was ich mir wünschen würde,

00:57:01: in der Grundschule, an den Waldorfschulen und auch an der Universität,

00:57:04: Zeit mit Studenten mal wirklich zu arbeiten.

00:57:07: Ist das kostbarste Gut, Zeit zu verschenken?

00:57:10: Zeit ist die einzige Ressource, wo wir gar nicht wissen,

00:57:12: wie viel wir davon haben, wenn man mal darüber nachdenkt.

00:57:15: Richtig.

00:57:16: Wenn sie gebraucht ist, nicht mehr zurückkommt.

00:57:18: Darum ist es so wertvoll.

00:57:20: Also ich wünsche mir an der Stelle, nach dem Gespräch,

00:57:23: mehr Leute, so wie Sie, die mir auch schwierige Sachverhalte

00:57:27: so einfach erklären können, dass es versteht.

00:57:30: Das ist nämlich auch Krankheit da draußen.

00:57:32: Dass man schwierig ist, mit schwieriger Sprache überdeckt.

00:57:35: Ob in der Kirche, in der Politik oder sonst wo.

00:57:38: Das wünsche mir, dass das viel mehr,

00:57:40: wirklich bis nach unten dringt,

00:57:42: dass die einfachsten Leute verstehen, da ist ein Problem.

00:57:44: Und ich kann mit anpacken.

00:57:46: Gibt es ein schönes Gedicht vom Erich Kestner?

00:57:49: Was zu sagen hat, ist nicht in Eile.

00:57:52: Er nimmt sich Zeit und sagt es in einer Zeile.

00:57:55: Wow, schöner Schlusswort.

00:57:58: Ich war jetzt nicht ganz eine Zeile.

00:58:01: Aber es war sehr schön, hat sich angefühlt wie eine Minute.

00:58:04: Ich sage "vergelts Gott" im Namen der KUG.

00:58:06: Wir hören uns hier wieder nächsten Monat

00:58:08: und im Kirchenradio immer mitwochsend nach dem Gottesdienst.

00:58:11: Bis dahin, vielen Dank an die beiden.

00:58:14: Und danke an die Zuhörer, viel Spaß im Zuhören.

00:58:16: Danke.

00:58:17: Danke!

00:58:18: Das war Pausengong, der Bildungs Podcast der KUG Bayern.

00:58:27: In Kooperation mit dem katholischen Medienhaus St. Michaelsbund.

00:58:32: [Jubel]

00:58:35: [Musik]

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