Dr. Stephan Pilsinger: Arzt und Abgeordneter im Deutschen Bundestag

Shownotes

In der neuen Episode des „PAUSENGONG“-Podcasts begrüßt KEG-Landesvorsitzender Martin Goppel diesmal Dr. Stephan Pilsinger. Er ist Hausarzt im Münchner Umland und seit 10 Jahren Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Die beiden sprechen unter anderem über die Analogie zwischen dem Beruf als Arzt und als Lehrkraft, über neue Krankheitsbilder, die durch veränderte Lebensrealitäten entstehen, über Cannabis und Hopfentee als Schlafmittel und die sich zuspitzende Lage in der Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus wägen die beiden auch über die Diskussion über die Wiedereinführung des Wehr- bzw. Zivildienstes ab und besprechen und wie dies den eigenen Horizont in ganz anderer Weise erweitern könnte. Hör rein in ein authentisches Gespräch über gesellschafts- und gesundheitspolitische Themen, die uns alle betreffen!

Transkript anzeigen

00:00:00: [Musik]

00:00:06: "Pausengong - der Bildungspodcast der KALG Bayern".

00:00:10: [Musik]

00:00:14: Es ist wieder so weit. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts "Pausengong".

00:00:18: Wir befinden uns heute wieder im Podcaststudio in Michaelsbund und haben uns was ganz Besonderes für sie überlegt.

00:00:24: Das Thema Gesundheit ist allen Lehrern und Pädagogen total wichtig und deswegen war uns

00:00:29: wichtig im Jahr des Bundestagswahlkampfs einen Abgeordneten einzuladen, der sich zu gesundheitspolitischen Themen auskennt,

00:00:36: nämlich niemand anderem als Dr. Stefan Pilsinger. Du bist Abgeordneter im Deutschen Bundestag und nebenbei

00:00:41: Sleberarzt. Wir kennen uns sehr lange, deswegen per du schön, dass du da bist.

00:00:46: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:00:48: Sehr, sehr gerne. Stefan, um den Hörern sich mal vorzustellen, was du so machst, was du tust,

00:00:54: vielleicht kannst du dich kurz so in zwei, drei Sätzen vorstellen, was dich so antreibt in deine Arbeit.

00:00:59: Vielleicht kurz zu mir. Komm aus München, hab da auch Medizin studiert und dann in der

00:01:03: inneren in einem kommunalen Krankenhaus gearbeitet und seit sieben Jahren bin ich jetzt für die CSU

00:01:08: im Deutschen Bundestag, mach da Gesundheitspolitik, auch als Sprecher der CSU-Landesgruppe für

00:01:13: Gesundheitspolitik und ich arbeite nebenher noch angestellt in einer großen Hausarztpraxis.

00:01:18: Und das Schöne ist und das treibt mich auch an, dass ich auf der einen Seite noch aktiv als Hausarzt arbeiten kann

00:01:24: im ländlichen Raum und auf der anderen Seite dann die Schlüsse dich aus meiner Tätigkeit ziehe als Hausarzt,

00:01:30: dann am Ende in die Berliner Gesundheitspolitik einbringen kann und das Gesundheitssystem

00:01:35: besser zu machen aus praktischen Erfahrungen, das macht mir Spaß und das treibt mich an.

00:01:39: Und du kriegst natürlich als Arzt alles wirklich hautnah mit von deinen Patienten.

00:01:43: Ein bisschen recherchiert, dein Papa war Arzt und deine Mama war Krankenschwester.

00:01:49: Wusstest du schon als Kind, das möchte ich auch werden?

00:01:51: Ja, ich bin so, glaube ich, der Klassiker, wie das früher war.

00:01:54: Meine Eltern haben sich am Krankenhaus Fastingspall in Eckenfelden kennengelernt

00:01:57: und sind dann später nach München gezogen und natürlich hat man am Tisch viele bei Medizin gesprochen.

00:02:04: Aber es war für mich nicht von Anfang an klar, Medizin zu studieren.

00:02:09: Am Ende war es dann die Frage so kurz vor dem Abitur, was möchtest du machen?

00:02:13: Und für mich war gleich "Möchtest du was mit Menschen arbeiten?"

00:02:16: Und auch mit Menschen arbeiten im positiven Sinn und Menschen zu helfen und auch ihre Gesundheit,

00:02:23: was Positives zu tun, das hat mich irgendwie motiviert und deswegen habe ich dann auch Medizin studiert

00:02:28: und ich habe es auch bisher nicht bereut.

00:02:30: Das ist am Endeffekt fast das Gleiche, wie wir Lehrer werden möchten.

00:02:34: Mit Menschen arbeiten, was Gutes tun, ist am Endeffekt das gleiche Motivlage.

00:02:38: Wie oft hast du Lehrer bei dir in der Sprechstunde oder in deiner Praxis, die dir sagen,

00:02:43: "Mein Lehrerberuf ist das Gleiche" oder "Die Probleme mitbringen?"

00:02:46: Ja, also hat schon Gemeinsamkeiten.

00:02:49: Ich glaube, beide Berufe haben so Ansicht, dass man so ein bisschen Helfer-Syndrom haben muss,

00:02:53: um da irgendwie Spaß dran zu haben.

00:02:55: Also Lehrer erzählen mir oft, ja, ihr Job stresst sie schon,

00:03:01: manchmal aber das Schönste ist doch, wenn sie ein Kind konkret irgendwie helfen konnten

00:03:05: und wenn man was voranbringen konnte für das Kind und so geht es uns Ärzten auch.

00:03:09: Also wenn ich einem Patienten da, wo er steht, irgendwie ganz konkret nochmal weiterhelfen kann

00:03:14: und wenn ich das Gefühl habe, es geht in die richtige Richtung,

00:03:17: auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist, dann motiviert es.

00:03:19: Und deswegen, ich glaube, es gibt schon große Gemeinsamkeiten zwischen Lehrerinnen und Erziehern

00:03:24: und Ärzten.

00:03:25: Ich glaube, die Arbeit mit Menschen, auch wenn es manchmal nervig ist,

00:03:28: weil Menschen manchmal nervig sind, ist doch das Schönste, was man machen kann.

00:03:31: Deswegen, wenn man Lust auf Menschen hat, dann sind solche Berufe doch wirklich toll.

00:03:35: Und man erkennt glaube ich einen guten Arzt daran, dass er für einen da ist, wenn man ihn braucht.

00:03:39: Und so ist es mit Lehrern auch?

00:03:41: Ja auch, ich glaube Empathie, immer den Menschen so zu nehmen, wie er ist.

00:03:45: Also die Kinder sind nun mal so, wie sie sind und die Schüler.

00:03:50: Und bei den Patienten ist es auch so.

00:03:52: Man kann ja nur beraten und versuchen, in die richtige Richtung zu holen,

00:03:55: aber der Schüler und auch der Mensch ist einfach ein freies Wesen.

00:03:58: Also wenn der überhaupt nicht will, dann geht da einfach nichts.

00:04:01: Man kann nur überzeugen und so dem Weg zeigen.

00:04:04: Ist mit meinen Patienten auch so, ich sage dann auch immer,

00:04:06: wie wär's, wenn sie abnehmen würden oder weniger rauchen oder manchmal auch weniger saufen.

00:04:11: Ich sage es manchmal auch ganz direkt.

00:04:13: Ja aber man muss auch irgendwie annehmen, wenn es halt nicht so läuft, wie man sich es vorstellt.

00:04:18: Auch wenn es manchmal frustrierend ist.

00:04:20: Aber man muss sagen, man muss das bestmögliche machen

00:04:22: und schauen, ob es in die richtige Richtung geht

00:04:25: und dem ihm ein guter Ratgeber sein und auch Helfer sein.

00:04:29: Aber mein Gott, das Leben ist nun mal so.

00:04:32: Man kann niemanden zusammen Glück zwingen.

00:04:34: Manchmal ist es so, glaube ich, auch in der Schule wie in der Medizin.

00:04:36: Da gibt es welche, die einfach sich anders entscheiden, wie man es für richtig hält

00:04:39: und das muss man dann am Ende auch akzeptieren.

00:04:41: Wie werdet ihr in der universitären Ausbildung, was da studiert, darauf vorbereitet auf diesen Menschen?

00:04:48: Ja, das ist ein bisschen das Problem mit Medizinstudium.

00:04:51: Geht's da sehr wenig drum.

00:04:52: Also da geht es sehr viel um Krankheiten und Fakten und die Medizinstudium.

00:04:56: Da ist es eher so Typbolemylern.

00:04:59: Man lernt dann, wie so ein Bescheuer hatte und dann kotzt man es aus an der Prüfung

00:05:02: und dann kann man es auch irgendwie wieder vergessen.

00:05:04: Aber ich finde die Arbeit mit Menschen, das wird viel zu wenig gelehrt

00:05:08: und erst wenn man so richtig im Krankenhaus ist oder dann später in der Praxis,

00:05:12: dann merkt man so, wie der Umgang mit Menschen ist.

00:05:15: Man hat zwar hin und wieder schon Seminare, aber ich würde mir schon wünschen,

00:05:19: dass dieser Aspekt, wie gehe ich am besten mit Menschen

00:05:21: und wie führe ich Menschen, wie kann ich die am besten beraten.

00:05:24: Wenn das eine größere Rolle einnehmen würde im Studium, das wäre echt super.

00:05:28: Das habe ich jetzt mit Absicht gefragt,

00:05:30: wo das ist auch unser Wunsch in der Lehrerausbildung,

00:05:32: dass der Mensch da mehr im Mittelpunkt steht, dass die Arbeit mit den Menschen natürlich

00:05:35: an erster Stelle stehen muss, gerade jetzt in Sachen Digitalisierung

00:05:38: und den digitalen Herausforderungen, wo viele Kinder nur noch am Endgerät, am Handy sitzen,

00:05:44: ist genau das Wichtig, dass wir mit den Menschen umgehen können

00:05:47: und nicht einfach nur noch mit Computern.

00:05:49: Ja, und vor allem der große Unterschied vom Computer zum Menschen ist,

00:05:53: dass Computer und Technologie oft sehr gleichförmig sind

00:05:56: und Menschen sind sehr unterschiedlich.

00:05:58: Und individuell auf einem Menschen einzugehen und zu überlegen, wo steht der jetzt

00:06:04: und wie kann ich aus seiner Sicht manche Sachen betrachten

00:06:07: und wie können wir jetzt gemeinsam im Gespräch miteinander was voranbringen.

00:06:11: Ich glaube, das müsste mehr gelehrt werden,

00:06:13: nämlich wo es dann die Zukunft des Lehrers oder des Arztes, also viele technische Leistungen,

00:06:18: die wir ein bisschen anbieten und Bewertungen, die wird die künstliche Intelligenz besser können.

00:06:22: Mal ganz im Ernst, so ein Radiologiebild von der Lunge,

00:06:26: ich habe das früher immer gesehen, in der Notaufnahme,

00:06:28: du hast so ein Bild bekommen von der Lunge und deine Aufgabe war zu bewerten,

00:06:32: ist er an Schatten auf der Lunge oder nicht?

00:06:34: Wenn ein Schatten drauf war, dann hatte er eine Lungeentzündung gehabt, wenn nicht,

00:06:37: dann hat er keine gehabt oder die Wahrscheinlichkeit war geringer.

00:06:40: Und dann saß du manchmal danach zum Zweien, hast du überlegt,

00:06:43: hat du jetzt ein Schatten oder nicht, also ein Schatten auf der Lunge.

00:06:46: Und das war schon sehr subjektiv.

00:06:49: Ich glaube, der Computer und die künstliche Intelligenz werden das viel besser können.

00:06:53: Aber gerade die sprechenden Medizin, jetzt abseits dieser absoluten Faktenbewertungen,

00:06:58: die persönlichen Gespräche, die werden doch viel mehr in den Mittelpunkt rücken unserer Tätigkeit,

00:07:03: das Arzt und ich glaube auch als Lehrer und deswegen individuell auf Menschen einzugehen,

00:07:08: das wird so ein Essert sein, das werden wir in der Zukunft vermehrt brauchen,

00:07:11: nämlich andere Tätigkeiten wird die künstliche Intelligenz oder die Technologie insgesamt machen.

00:07:16: Das ist so, merkst du jetzt das Arzt, dass diese künstliche Intelligenz

00:07:19: und die Digitalisierung auch auf die Psyche des Menschen einwirkt?

00:07:24: Also ich merke eins, das Thema Einsamkeit ist ein großes Problem.

00:07:28: Also die Leute werden immer einsamer, das hängt mit den Familienstrukturen zusammen,

00:07:32: aber auch mit der Technologie. Die Leute gehen immer weniger raus.

00:07:35: Man kann sich ja jetzt, muss nicht mal mehr in den Supermarkt gehen,

00:07:37: wie auch immer die ganzen Lieferdienste heißen, man kann alles einkaufen,

00:07:41: man muss nicht mehr rausgehen. Und die Leute sind zwar mit allen vernetzt,

00:07:44: aber in Wirklichkeit sind sie, was zwischen menschlichen Beziehungen angeht,

00:07:48: irgendwie einsamer geworden. Und das schlägt vielen auf die Psyche.

00:07:51: Und deswegen habe ich auch immer mehr Menschen bei mir in der Praxis,

00:07:55: die ein psychisches Problem haben und es schwer zu differenzieren,

00:07:59: dann, ob es wirklich psychisch oder körperlich ist. Oft hängt beides miteinander zusammen.

00:08:03: So Geist und Seele, das hört sich jetzt blatt an, aber das trifft in vielen Fällen zu.

00:08:08: Und bei vielen Erkrankungen zeigen sich psychische Probleme doch körperliche Symptome.

00:08:12: Und das dann so abzuschichten und die richtige Lösung zu finden für den Patienten,

00:08:17: das ist wichtig und vor allem auch die richtige Tonlage zu finden.

00:08:22: Dem auch zu sagen, also hören Sie mal zu mit Ihrem Problem,

00:08:25: dass Sie ein psychisches Problem haben, da sind Sie nicht alleine

00:08:28: und das ist nichts für, was Sie sich schämen müssen.

00:08:30: Und da gibt es immer noch eine Scheu, auch wenn es jetzt in der Öffentlichkeit

00:08:33: mehr zum Thema geworden ist, sich da auch zu offenbaren

00:08:36: und auch professionell Hilfe in Anspruch zu nehmen.

00:08:39: Aber ich glaube, da haben wir viel Nachbesserungspotenzial.

00:08:42: Siehst du das so, dass du sagst, es wird durch die sozialen Medien befeuert?

00:08:45: Also ich kenne ganz viel so Instagram, was immer befeuert, du bist einsam, du bist einsam.

00:08:49: Oder ist es tatsächlich, also ich als Kind, ich kannte den Begriff gar nicht,

00:08:52: ich war draußen, habe allein im Wald gespielt und war definitiv nicht einsam, ich war glücklich.

00:08:56: Und heute ist irgendwie das alles anders, weil die alleine mit dem Handy hängen,

00:09:00: hängt es zusammen, mangelnde Bewegungen, mehr Digitalisierung.

00:09:04: Was ich glaube, ist, dass die sozialen Medien gerade Instagram und so,

00:09:08: dieser permanente Vergleich mit anderen, dass das viele voll frustriert.

00:09:11: Weißt du, mit den Filtern und so weiter, klar sieht jeder aus wie ein Topmodel.

00:09:14: Jeder ist nur am Strand und jeder hat nur der schönste Auto

00:09:18: und jeder zeigt sich nur auf unserer Schokoladenseite

00:09:21: und man sitzt daheim und denkt sich, Scheiße, ich sitze jetzt hier

00:09:25: und bin jetzt nicht gerade auf dem Malediven

00:09:29: und ich habe jetzt nicht eine Modelfigur und ich bin nicht perfekt

00:09:32: und alle anderen sind perfekt, nur ich bin so wie ich bin.

00:09:35: Und ich finde, dieser permanente Vergleich, gerade über die sozialen Medien,

00:09:39: das macht Leute manchmal sehr unzufrieden.

00:09:41: Und das ist jetzt weniger die Information, die man bekommt,

00:09:45: sondern dass man sich immer mit anderen vergleicht

00:09:48: und nicht sagt, ja gut, so wie ich bin, das passt auch, ich bin grundsätzlich zufrieden,

00:09:52: sondern sich immer mit anderen zu vergleichen,

00:09:54: das wird durch die sozialen Medien, finde ich, schon verstärkt.

00:09:57: Gibt es irgendwas, wo du sagst, da hast du die Kraft,

00:10:00: um diese Selbstärkte zu kriegen?

00:10:03: Weil ich stelle mir das als Politiker auch,

00:10:06: bist du ja auch nebenbei schon vor, dass man sich auch mit anderen Politikern vergleicht.

00:10:09: Woher holst du deine Kraft, dass du sagst, ich bin so wie ich bin und das ist gut so?

00:10:12: Weißt du, in der Politik ist oft so, dass es viele glauben,

00:10:15: dass es hier ein sehr entspannter oder gechilter Job ist, nicht so.

00:10:18: Also vor allem damit leben zu können, dass einem täglich irgendjemand sagt,

00:10:21: dass du Scheiße bist oder dass du irgendwas falsch machst

00:10:24: oder dass du ein schlechter Mensch bist

00:10:26: und abzuschichten, dann zu sagen, ich habe halt gewisse Überzeugungen

00:10:31: und jeder muss meiner Meinung sein

00:10:33: und auch wenn jemand mir persönlich beleidigen kommt oder abwerten kommt,

00:10:37: dass man das nicht persönlich nimmt und so was nicht an sich ranlässt,

00:10:41: das ist manchmal nicht leicht.

00:10:43: Und sich da die Kraft zu holen und zu sagen, okay, das lass ich nicht an mich ran,

00:10:48: das ist manchmal nicht ganz leicht.

00:10:50: Aber ich hole mir Kraft davon, dass ich einfach auch Zeit für mich nehme.

00:10:57: Man hat oft irgendwie so eine Gedanken,

00:11:00: gerade wenn man so wie ich gerne arbeitet

00:11:02: und so ein bisschen wirklich holigmäßig auch veranlagt ist,

00:11:05: sich für alles Zeit zu nehmen, nur nicht für sich selber.

00:11:07: Und deswegen habe ich mir immer wieder Termine und Zeiten reingelegt,

00:11:13: wo ich einfach nur Zeit für mich habe

00:11:15: und dann ein schönes Buch lesen kann

00:11:17: und einfach mal nichts tun und einfach mal so die Gedanken schweifen lassen.

00:11:21: Da kommt man manchmal auf gute Gedanken

00:11:23: und für mich ist es persönlich wichtig,

00:11:26: auch so Auszeit mir zu nehmen.

00:11:28: Es ist oft so, dass ich laufe, solange ich nicht mehr kann

00:11:32: und arbeite, solange ich nicht mehr kann.

00:11:34: Ich muss mir die Termine dann auch im Vorfeld reinlegen,

00:11:36: in meinen Kalender, damit sie auch ja geblockt sind.

00:11:39: Und meine Partnerin achte dann auch immer Pinnibels genau drauf,

00:11:42: dass ich die auch wirklich einhalte und dann keine Ausnahmen mache

00:11:45: und mein Handy auch mal weglegen und nicht erreichbar bin.

00:11:47: Das gibt mir dann schon wieder Kraft und neue Energie,

00:11:49: dann auch wieder weiter zu machen.

00:11:51: Ich frag deswegen, weil in den Lehrern geht es genauso,

00:11:53: diesen andauernd Lärmpägeln ausgestellt,

00:11:55: den Eltern ausgestellt, neuen Herausforderungen.

00:11:57: Und man kann als Lehrer ja auch nicht immer jedem gefallen.

00:12:00: Gleichzeitig sind aber auch Lehrer oder auch Pädagogen,

00:12:03: gerade im Kindergartenbereich, immer wieder Krankheitserregern ausgestellt.

00:12:07: Jetzt im Herbst war es wieder so weit, Krippewelle und so weiter und so fort.

00:12:10: Hast du Tipps als Arzt, wo du den Pädagogen mitgeben kannst,

00:12:14: dass sie sich vor sowas mehr schützen können?

00:12:16: Ach, das ist immer gar nicht ganz einfach zu sagen.

00:12:19: Also ich glaube, eine ausgewogene Ernährung ist da schon wichtig.

00:12:22: Ich glaube auch genug Schlafen ist wichtig.

00:12:25: Also viele Leute verkennen, dass eine Ausruhezeit und Schlafeszeiten wichtig sind.

00:12:32: Man sagt in der Medizin, Schlafen ist so die Waschmaschine des Gehirns

00:12:37: und deswegen finde ich es wichtig, dass man einen geregelten Tagesablauf hat.

00:12:41: Dass man regelmäßig sagt, da gehe ich zu schlafen, da habe ich Ruhe,

00:12:46: da schlafe ich dann ordentlich.

00:12:48: Und ich finde, so gewisse Zeiten zu haben, wo man auf sich selber achtet,

00:12:52: die sind einfach wichtig.

00:12:54: Und deswegen ist so eine Mischung aus vielen Sachen.

00:12:57: Ernährung, Schlafen, aber auch Handygehegehne ist wichtig.

00:13:01: Also zum Beispiel, sich nicht ins Gesicht zu fassen,

00:13:04: dass es auch wenn es einem schwer fällt, ist nicht manchmal nicht ganz leicht.

00:13:07: Aber solche banalen Sachen, die helfen manchmal schon weiter,

00:13:11: um sich vor solchen infektiösen Erkrankungen zu schützen.

00:13:14: Also Hände waschen.

00:13:15: Ja, das infizieren, wenn wir sich nicht ins Gesicht langen.

00:13:18: Kann man das auch übertreiben, wenn wir im Hände waschen?

00:13:20: Klar. Also manche entwickeln ja so Ticks, diese Hygieneticks.

00:13:27: Und das ist manchmal auch ein bisschen das Problem in unserer Gesellschaft,

00:13:31: dass irgendwie Gesundheit und Gesundsein so eine neue Ersatzreligion geworden sind.

00:13:36: Früher war es so, wenn jemand krank gewesen ist, dann war das einfach

00:13:39: irgendwie Gott gewollt oder Schicksal.

00:13:41: Und jetzt wird oft gefragt, ja, aber der hat doch irgendwie,

00:13:45: wenn er Krebs hat, der hat auch geraucht oder der hat sich ungesund ernährt.

00:13:48: Also ihm wird selber die Schuld für seine Krankheit selber zugeschoben.

00:13:52: Weil irgendwie Erkrankung irgendwie nichts mehr ist,

00:13:55: was unsere Gesellschaft in vielen Fällen tolerieren kann.

00:13:58: Weil ja Gesundheit so ober wird top das Wichtigste ist.

00:14:02: Und deswegen, auch wenn man mal krank ist, darf man sich selber nicht

00:14:06: die Schuld dafür zuschieben.

00:14:08: Erkrankung ist nur mal eine Sache, die trifft ein oder halt nicht.

00:14:12: Aber gerade andere zu bewerten oder sich selbst die Schuld zu schieben

00:14:17: und sagen, ich bin irgendwie selber schuld, weil ich jetzt krank bin,

00:14:19: weil ich mich nicht gescheiternährt habe.

00:14:21: Oder weil ich unachtsam war, diese Vorwürfe an sich selbst,

00:14:24: die sollte man sich möglichst ersparen.

00:14:26: Nämlich Erkrankung kann man in vielen Fällen einfach auch nicht verhindern.

00:14:31: Gibt es Symptome, wo man sagt, im Vorfeld da könnte man was verhindern,

00:14:35: wo du sagst, das sind so klassische Symptome, die auf Burnout hinweisen

00:14:39: oder die auf Such hinweisen, wo man sagt, das ist relativ einfach zu erkennen?

00:14:44: Hab ich vorher schon auch immer gesagt, also viele Leute, die so eine beginnend Burnout haben,

00:14:49: die sagen, ich kann irgendwie nicht mehr gescheiterschlafen.

00:14:51: Das merke ich schon oft in der Praxis, sagen, wenn ich frage, ja und können sie noch schlafen?

00:14:55: Nee, sie können total schlecht schlafen.

00:14:57: Und die fühlen sich auch permanent müde.

00:15:00: Also diese permanente Müdigkeit, obwohl man dann trotzdem nicht gut schlafen kann.

00:15:04: Und die sagen, ja, ich bin ja eigentlich genug im Bett, aber ich bin irgendwie immer müde und immer schlaff.

00:15:10: Das ist manchmal so der erste Hinweis darauf, dass man auf einem Burnout zuläuft.

00:15:16: Kann man dann, weil ich jetzt ein Gesundheitsgesperrten habe, mit Cannabis,

00:15:19: ist er jetzt legal geworden drauf reagieren und sagen, dann schlafe ich gut?

00:15:22: Ist das eine gute Idee?

00:15:24: Würde ich nicht zugraten für solche Sachen, auch insgesamt halt ich das für schwierig.

00:15:29: Ich bin da sehr skeptisch unterwegs.

00:15:31: Ich halte es für kein Medikament oder Substanz, die irgendwie positiv für die Gesundheit ist.

00:15:38: Ich glaube, es gibt ja andere Mittel, die deutlich besser sind und die deutlich weniger Nebenwirkungen haben.

00:15:43: Zum Beispiel?

00:15:44: Naja, es gibt ja einige Substanzen wie Melatonin, die kann man ja nehmen.

00:15:49: Es gibt ja auch Johannes Graut, das hat sich in den letzten Jahrhunderten gut bewährt.

00:15:53: Das dauert eine Weile, bis es wirkt, aber das kann durchaus Substanz sein, die auch stimmungsaufhellend ist.

00:16:00: Und so ein Hausmittelchen, wo ich auch positive Erfahrungen bei Patienten schon gemacht habe,

00:16:04: ist der gute alte Hopfenthe.

00:16:06: Als Einstieg zu sagen, ja, ich muss besser schlafen.

00:16:10: Hopfenthe hat schon eine berührende Mittel.

00:16:12: Es muss jetzt nicht unbedingt irgendwie eine Substanz sein, die irgendwo aus Indien oder sonst woher kommt.

00:16:17: Manchmal tun schon so Substanzen wie Hopfenthe, die es in der direkten Nachbarschaft hier gibt.

00:16:22: Und Cannabis macht abhängig, oder?

00:16:25: Also bei Cannabis ist hauptsächlich das Problem, dass Menschen, die noch keine ausgereifte Hirnentwicklung haben,

00:16:32: dass Menschen haben eine Hirnentwicklung bis 25, dass es einfach dann eine sehr negative Auswirkung drauf hat.

00:16:38: Also das führt dazu, dass diese Napsen im Gehirn sich weniger gut miteinander verschalten können.

00:16:43: Und man kann auch ganz platt sagen, das schränkt die kognitiven Fähigkeiten, das Heranwachsenden an.

00:16:48: Also ganz platt oder zugespitzt intensiver Cannabis-Konsum in der Jugend kann auch dumm machen.

00:16:54: Und deswegen war nicht davor.

00:16:56: Und die Cannabis-Legalisierung hat auch dazu geführt, dass die Möglichkeit, ein Cannabis ranzukommen,

00:17:01: irgendwie leichter geworden ist.

00:17:03: Und ich habe das Gefühl, es hat auch eine gewisse Enthämmung stattgefunden.

00:17:06: Wenn etwas legal ist, glauben die Leute, ja, ist schon nicht so schlimm.

00:17:09: Aber gerade diejenigen jungen Menschen, die es am meisten wollen und konsumieren,

00:17:13: wollen für die ist es am gefährlichsten.

00:17:15: Und deswegen war nicht immer davor.

00:17:17: Und ich war noch davor, dass wir insgesamt einen zu laxen Umgang mit Drogen bekommen.

00:17:21: Die Debatte ist doch absehbar, wie es läuft.

00:17:24: Als nächstes werden die Koks kommen und sagen, warum nicht Koks?

00:17:27: Cannabis ist legal, warum nicht Koks?

00:17:29: Ist doch auch eine natürliche Substanz.

00:17:31: Und Cannabis macht die Leute langsam, Koks können wir mehr arbeiten.

00:17:34: Weißt du, wir haben doch irgendwie das Problem,

00:17:37: dass wir dann irgendwann in einer Gesellschaft sind,

00:17:39: wo wir immer darüber diskutieren, was jetzt als nächstes legal wird.

00:17:42: Und ich glaube, dass eine Gesellschaft, die immer mehr nach Drogen ruft

00:17:47: oder immer mehr Drogen konsumiert, dass das keine glücklichere Gesellschaft ist.

00:17:51: Einfach mal ein bisschen mehr schlafen und hopfen zu trinken.

00:17:54: Ja, also ich glaube halt einfach, dass Drogen, das sagt man ja so,

00:18:00: Drogen einfach nicht die Lösung für die Probleme einer Person sind.

00:18:04: Und meistens kaschieren sie das Problem nur eine Weile

00:18:07: und dann werden die Probleme noch größer.

00:18:09: Und deswegen Problemlösungen muss man individuell angehen

00:18:13: und nicht durch Drogen irgendwie überdecken.

00:18:16: Und da kommt wieder der Mensch ins Spiel, dass ich mich immer anvertraue,

00:18:18: dass meine Probleme offenleg, aber auch ehrlich zu mir selber bin?

00:18:22: Ja, zu sich selber ehrlich sein und dann auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

00:18:26: Ich glaube, diesen Schritt zu tun, da tun sich viele schwer,

00:18:30: weil sie einen negativen Eindruck zum Psychotherapie oder Psychiatern

00:18:33: oder sonstigen Hilfestellungen haben.

00:18:36: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen, die das am Ende

00:18:39: dann in Anspruch genommen haben, dann einen positiven Benefit bekommen haben.

00:18:43: Positiver Benefit, das muss ich aufpassen, wie ich den Bogen schlag,

00:18:47: haben gerade unsere länger Jungen, also unsere alten Mitglieder nicht,

00:18:51: weil gerade im ländlichen Raum die Gesundheitsversorgung immer schlechter wird.

00:18:55: Wie ist dein Eindruck als Bundestagsabgeordneter auf diese Versorgung

00:18:58: im ländlichen Raum mit Gesundheitsversorgung?

00:19:01: Ich arbeite ja im ländlichen Raum bewusst nicht in München,

00:19:03: weil ich das so ein bisschen trennen wollte.

00:19:05: Meine politische Tätigkeit als Münchner Abgeordneter

00:19:08: und meine Tätigkeit als Hausarzt Richtung Augsburg raus.

00:19:12: In der Region, wo ich arbeite, sind 60 Prozent der Hausarzt über 60.

00:19:17: In vielen Fällen finden die alle keinen Nachfolger mehr.

00:19:20: Das hat zur Folge, dass wenn du da einen Arzttermin haben möchtest,

00:19:23: teilweise monatelang auf dem Fahrarzttermin warten musst,

00:19:26: wenn du zum Kadiologen oder Hautarzt möchtest.

00:19:29: Auch beim Hausarzt ist das problematisch.

00:19:31: Die Leute stehen teilweise in der Schlange von meiner Praxis

00:19:34: und müssen ein bis zwei Stunden warten.

00:19:36: Das ist noch nicht mal das längste.

00:19:38: Viele sagen, wie kann ich denn in der Region leben,

00:19:41: wo die Gesundheitsversorgung irgendwie nicht mehr passt.

00:19:44: Das führt dazu, dass manche Regionen dann auch irgendwann

00:19:47: unattraktiv werden für die Gesellschaft.

00:19:50: Das ist sehr schade, weil da auch Strukturen verloren gehen,

00:19:54: die sich da über Jahrzehnte aufgebaut haben.

00:19:57: Jetzt wird da viel digitalisiert.

00:19:59: Manche Ärzte sagen, ich nutze KI.

00:20:01: Aber wie du sagst, die älteren Leute müssen öfters zum Arzt.

00:20:05: Wie sollen die mit KI online sich einen Termin machen?

00:20:08: Man muss halt schauen, wie man das am sinnvollsten einsetzt.

00:20:13: Online-Termine, ich biete es auch auf der Praxishompage an.

00:20:17: Die nutzen den, dass diejenigen, die das von daheim nutzen können,

00:20:20: also gerade jüngere Leute online den Termin ausmachen können

00:20:23: und dann nicht anrufen müssen.

00:20:25: Wenn sie nicht anrufen müssen,

00:20:27: können auch die älteren Leute am besten meine Praxis anrufen

00:20:30: und dann erreichen dann auch eine medizinische Fachangestellte

00:20:33: und können sich auch telefonisch austauschen.

00:20:35: Es ist eine Entlastung, aber nicht eine Lösung für alle.

00:20:38: Deswegen muss man uns einsetzen, so wie es gerade passt.

00:20:42: Ich überlege jetzt, ob ich so einen KI Anruf Beantworter mache.

00:20:44: Jetzt nicht, weil ich glaube, dass die KI die Lösung des Problems ist, aber die Alternative

00:20:49: ist ja nicht KI Anruf Beantworter oder ein Mensch, sondern die Alternative ist ein KI

00:20:56: Anruf Beantworter, wo man sich mal artikulieren kann und auch um Rückruf bitten kann oder

00:21:01: überhaupt nicht durchkommen.

00:21:02: Und deswegen muss man schauen, wo kann man künstliche Intelligenz so als Hilfestellung

00:21:06: einsetzen, um dann auch die Versorgung zu verbessern.

00:21:10: Aber ist jetzt nicht die Lösung für alle Probleme.

00:21:12: Das sind der schuligen Ausgleiche, deswegen habe ich ein bisschen gefragt.

00:21:15: Da will man auch KI jetzt einsetzen, wir sind da ganz eng mit einer stolzeren Austausch,

00:21:19: dass der Pädagogen mehr Zeit für den Menschen hat und da natürlich individuell fördern

00:21:23: kann, was bei dir im Endeffekt gleiche ist.

00:21:25: Jetzt wird ja der Zivildienst gefordert, ihn wieder einzuführen.

00:21:30: Wie stehst du dazu?

00:21:31: Naja, das hat ja mit der weltpolitischen Lage zu tun.

00:21:36: Wir haben da ein massives Problem, was gerade die Russland-Problematik betrifft.

00:21:42: Und eins ist doch ganz deutlich, dass wir es mit einem aggressiven Nachbarn Russland

00:21:48: zu tun haben, in der sich wahrscheinlich nicht damit begnügen würde zu sagen, ja,

00:21:53: wenn ich mit der Ukraine fertig bin, dann höre ich da auf, sondern das, was wir erwarten

00:21:58: und so wie man sich das auch bewerten kann, wie die Experten das sagen, geht es doch an

00:22:02: anderer Stelle dann vielleicht weiter in Moldau oder irgendwann mit dem Bayerischen Staaten.

00:22:06: Und die Konsequenz ist doch einfach, dass wir unsere Bundeswehr stärken müssen und

00:22:11: das bekommen wir nicht hin, indem wir einfach sagen, ja, die kriegen jetzt ein paar Helme

00:22:15: mehr, sondern da werden drastische Schutz am Ende möglich, notwendig sein, auch weil

00:22:20: die USA auch die Kongressabgeordneten, mit denen man sich unterhält, die sagen einem

00:22:24: ganz offen, also auf Dauer werden wir nicht eure Sicherheit garantieren können und auch

00:22:28: wollen, wir haben andere geopolitische Herausforderungen, der Konflikt um Taiwan gegen China, das ist

00:22:33: unser Hauptaugenmerk, egal wie jetzt die Wahl ausgeht in den USA, wir werden die Aufgabe

00:22:39: haben, uns mehr in unsere eigene Sicherheit zu investieren.

00:22:42: Und deswegen wird es perspektivisch vielleicht darauf ankommen, dass wir die Werbpflicht

00:22:46: wieder einführen müssen und in der Folge muss es ja auch ein Wehrersatzdienst geben.

00:22:50: Und ich finde den Zivildienst auch grundsätzlich eine gute Sache, weil Menschen damit berufen

00:22:54: und in Kontakt kommen, wo sie sonst nicht in Kontakt gekommen wären und was Positives

00:22:59: ein Jahr für die Gesellschaft zu tun, ich finde das auch charakterfördernd.

00:23:02: Nicht nur irgendwie in seiner eigenen Blase zu sein, sondern mal in einem ganz anderen

00:23:06: Bereich zu arbeiten, zu sehen, dass es auch Menschen gibt, denen es nicht so gut gibt.

00:23:11: Ich finde es gut für unsere Gesellschaft auch eine gewisse Durchmischung in der Gesellschaft,

00:23:15: dass man nicht nur mit seinem eigenen Umfeld immer in Kontakt kommt, sondern mit Menschen,

00:23:19: die vielleicht aus einem ganz anderen Bildungshintergrund kommen.

00:23:22: Wenn ich in München unterwegs bin, gerade in der Ärzteschaft, dann frage ich mal, wenn

00:23:26: es um das Thema geht, ja wie viele Leute kennst du denn eigentlich näher, die jetzt nicht

00:23:31: Medizin studiert haben?

00:23:32: Und bei Ärzten ist das schon ganz extrem, die sagen, ja, kenne ich schon ein paar.

00:23:36: Und dann frage ich, wie viele kennst du eigentlich, die jetzt kein Abitur haben?

00:23:39: Und dann sagen die, wenn du mich jetzt fragst, ob ich die näherkenne und viel Kontakt habe,

00:23:46: dann wird es aber knapp.

00:23:47: Viele Menschen leben in ihrer eigenen Blase und ich finde so ein Zivildienst und auch

00:23:51: eine Werbpflicht könnte vielleicht als Nebeneffekt auch das Ergebnis haben, dass man mit Menschen

00:23:56: außerhalb seiner eigenen Blase in Kontakt kommt und vielleicht auch ein anderes Verständnis

00:24:00: für den anderen entwickeln könnte.

00:24:01: Ist total richtig und im Endeffekt ist es ja auch wie Ehrenamt.

00:24:04: Im Ehrenamt oder wenn man sich in der Partei engagiert, trifft man auch andere Menschen

00:24:08: aus anderen Schichten.

00:24:09: Und du bist selbst neben der Partei ja auch noch im Roten Kreuz.

00:24:13: Wie wichtig ist dieses Ehrenamt in der heutigen Zeit?

00:24:15: Ich habe da jetzt nicht mehr so viel Möglichkeit, mich da zu engagieren.

00:24:20: Als 18-Jähriger habe ich da Sange gemacht und das war für mich dann auch irgendwie noch

00:24:25: nochmal ein Impuls Medizin zu studieren.

00:24:27: Jetzt habe ich da nicht mehr viel Zeit, aber ich finde, das Ehrenamt ist eine ganz wichtige

00:24:31: Sache, sich zu engagieren.

00:24:32: Auch was für andere zu tun, auch mit Menschen in Kontakt gekommen, die wie ich schon gesagt

00:24:38: habe aus einem anderen Umfeld kommen und damit auch Menschen kennenzulernen, die eine ganz

00:24:43: andere Position haben.

00:24:44: Ich merke oft auch in der Politik, dass das Verständnis dafür auch zu akzeptieren, dass

00:24:52: jemand anderes eine komplett andere Meinung hat, dass das immer mehr zurückgeht.

00:24:55: Oder dass man gleich jemanden verurteilt, wenn der eine andere Meinung hat.

00:25:00: Ich sage auch ab und zu zu Leuten dann ganz offen, wenn man diskutiert hat, hören Sie,

00:25:05: ich glaube, wir haben einfach eine andere Meinung zu dem Punkt.

00:25:08: Aber es überrascht mich dann doch immer wieder, dass manche Leute damit überhaupt nicht

00:25:11: klar kommen, dass man sagt, dann haben wir halt eine andere Meinung.

00:25:13: Ist ja auch legitim, eine andere Meinung zu haben.

00:25:16: Und dieses gegenseitige Verständnis zu akzeptieren, dass der andere eine andere Meinung hat.

00:25:21: Ich glaube, durch das Ehrenamt, dass man mit anderen Menschen in Kontakt kommt, die aus

00:25:25: dem anderen Bereich kommen, das kann der schon stärken und damit auch unsere Demokratie

00:25:29: stärken.

00:25:30: Absolut, ich merke, dass unsere Demokratie gerade schon auch in Gefahr ist.

00:25:33: Also ich merke das, wie du sagst, man ist nur noch in seiner Welt und in seiner Meinung

00:25:37: unterwegs und ich glaube, mit Demokratie heißt diskutieren, dem anderen noch mal zuhören.

00:25:43: Eine andere Meinung auch vielleicht nicht zu respektieren, aber zumindest sehen zu können

00:25:47: und zu sagen, hey, das ist deine Meinung und das ist meine Meinung und lass uns einen Kompromiss

00:25:50: finden.

00:25:51: Und wir uns gegenseitig nicht im Medial immer kaputt machen.

00:25:54: Ja, und vor allem Leute, die eine andere Meinung haben, nicht als schlechten Menschen

00:26:00: abzustempeln.

00:26:01: Es hilft doch nicht weiter.

00:26:02: Wenn man sagt, nur weil du eine andere Meinung hast, dann stempel ich dich ab, du bist ein

00:26:07: schlechter Mensch.

00:26:08: Ich habe das bei Corona auch gemerkt.

00:26:10: Da hat es manchmal richtig Freundeskreise zerrissen und Familien in Streitigkeiten ausgelöst,

00:26:15: weil man nicht akzeptieren konnte, dass der andere halt eine komplett konterriere Meinung

00:26:20: hat.

00:26:21: Toleranz kommt ja irgendwie von einem lateinischen Wort Tolerare und das heißt nun mal ertragen.

00:26:27: Manchmal tut es weh, eine andere Meinung zu ertragen.

00:26:31: Aber ich glaube für eine Demokratie ist es unerlässlich auch Meinung zu ertragen, die

00:26:35: einem persönlich wehtun.

00:26:36: Jetzt ist gerade dieses große Genderthema in den Schulen, das muss man auch gerade ertragen,

00:26:41: tolerieren.

00:26:42: Wie steht es du zum Genderverbot in Bayern?

00:26:46: Also ich persönlich glaube, dass jeder so gender kann, wer das persönlich möchte.

00:26:52: Aber ich glaube an öffentlichen Stellen ist es schon richtig, dass man dafür sorgt, dass

00:26:57: es eine Sprache gibt, die im deutschen Dutend irgendwie üblich ist.

00:27:01: Mich wog kommt dann am Ende hin, dass jeder seine eigene Privatsprache entwickeln kann.

00:27:06: Deswegen, ich finde es vom Grundsatz her richtig, dass man sagt, wenn jemand eine staatliche

00:27:10: Stelle ist, dann gibt es eine verbindliche Sprache.

00:27:13: Deswegen finde ich es auch richtig, dass in den Schulen, den Kindern das übliche Deutsch

00:27:17: beigebracht wird.

00:27:18: Ich glaube auch, dass das was mit Gerechtigkeit zu tun hat, nämlich gerade Kinder aus Migrationsfamilien,

00:27:25: die sprechen eh schon schlecht Deutsch.

00:27:26: Und wenn die dann noch mit dem Gender in Kontakt kommen, also ich glaube nicht, dass es der

00:27:29: Sprachvermittlung dient, wenn solche Kinder dann noch mal mit einer zusätzlichen künstlichen

00:27:34: Sprache konfrontiert werden.

00:27:36: Deswegen, im Privaten kann jeder reden, wie er möchte.

00:27:38: Ich rede so nicht, aber ist mir auch wurscht, wenn sie jemand gender möchte.

00:27:42: Aber ich glaube, in staatlichen Institutionen und auch an Schulen finde ich es richtig,

00:27:47: wenn man sich darauf committet, dass man eine einheitliche deutsche Sprache befolgt, die

00:27:51: auch so im Duden oder von den Sprach gelehrten entsprechend gelehrt wird.

00:27:55: Ein anderes Thema ist gerade in der Pubertät.

00:27:58: Merken wir mir auch im Verband, dass das diverse Geschlecht ist, auch ein Genderthema.

00:28:03: Immer mehr Einzug erhält, ein Mitglied hat uns die Tage jetzt gestellt, mitgeteilt, dass

00:28:07: in der ersten Klasse schon ein diverses Kind gemeldet bekommen hat.

00:28:11: Wie siehst du das als Arzt, kann ein Kind in der ersten Klasse mit fünf Jahren schon

00:28:16: divers sein?

00:28:17: Mir war das neu, dass man das weiß.

00:28:19: Es ist natürlich schwer zu bewerten, wie das individuelle ist, aber ich finde, dass es

00:28:27: so ein Hype dieses Thema, diverses Geschlecht, gerade bei Kindern, bei Jugendlichen und Kindern

00:28:35: ist ja natürlich, ich weiß nicht, wie das bei dir war, aber in der Pubertät, da ist

00:28:39: man doch von selbst zweifeln irgendwie auch irgendwie angefasst.

00:28:44: Also man weiß nicht, wer man ist und was man tun möchte.

00:28:46: Und wie man sich verhalten möchte, also man ist noch nicht so eine gefestigte Persönlichkeit.

00:28:52: Und deswegen muss man schon sauber bewerten, auch was das jetzt bedeutet, wenn ein Kind

00:28:58: sagt, ich bin aber ein anderes Geschlecht oder divers.

00:29:02: Okay, das ist zu akzeptieren, wenn ein Kind glaubt, dass es so ist, aber ich glaube nicht,

00:29:10: dass es richtig ist, dann gleich auch von außen das auf eine besondere Art und Weise

00:29:14: jetzt medizinisch zu unterstützen.

00:29:16: So kann nicht sein, dass man auf der einen Seite darauf achtet, dass ja keine Hormone

00:29:20: in den Nahrungsmitteln sind und auf der anderen Seite sagt man, wenn ein 13-jähriges Kind

00:29:25: das noch nicht mal in der Pubertät ist, sagt es hat ein anderes Geschlecht, dass man dann

00:29:28: gleich eine Hormone gibt.

00:29:30: Also das finde ich ist ein absolutes No-Go.

00:29:32: Und wenn ein Kind noch nicht vollgeschäftsfähig ist, dann kann es nicht sein, dass man auch

00:29:37: irgendwelche Geschlechts an passenden Therapien durchführt von Operationen brauchen wir gar

00:29:43: nicht reden.

00:29:44: Das ist bei uns in der Verband tatsächlich ein großes Thema, dass wir immer wieder

00:29:48: von Lehrern auch gespiegelt bekommen, dass Eltern die Pubertät ihre Kinder unterdrücken

00:29:53: wollen mit genau solchen Hormonen, weil das dann natürlich Leichte für die Eltern ist,

00:29:57: das Kind in der Zeit zu führen.

00:29:59: Und ich sehe das jetzt mit meiner Leinmeinung schon bedenklich, weiß nicht wie du das siehst.

00:30:02: Also ich finde, das geht gar nicht mit den Hormonen der Kinder rum zu spielen.

00:30:08: Das ist sehr gefährlich, das kann man sie über Auswirkungen haben.

00:30:11: Wir sollten ja wirklich sensibel sein, was sich da entwickelt.

00:30:16: Wenn man schaut, was in den USA so abgeht, dann ist das wirklich besorgniserregend.

00:30:21: Und deswegen, es mag Menschen geben, die sind im falschen Geschlecht oder die fühlen sich

00:30:27: in einem anderen Geschlecht zugehörig.

00:30:29: Das können die auch machen und die sind genauso gute Menschen wie jeder andere auch.

00:30:33: Aber geschlechtsangleichende Operationen oder Behandlungen, Hormone oder sowas, das kann

00:30:38: man nur jenem zu Gute kommen lassen oder geben, der dann auch irgendwie geschäftsfähig ist.

00:30:44: Und wo man das Gefühl hat, das ist auch eine nachhaltige Entscheidung.

00:30:48: Nämlich ich nehme oft wahr an der Debatte, dass teilweise Mädels oder Jungs sagen, ich

00:30:53: bin im anderen Geschlecht und dann im Laufe der Jugend das dann doch wieder ändern.

00:30:57: Deswegen darf man Sachen nicht unumstößlich machen, wo Menschen dann später vielleicht

00:31:01: glauben, das war eine falsche Entscheidung.

00:31:03: Das sehe ich auch so das gleiche Thema ist beim Thema Übergewicht.

00:31:07: Es ist auch ein Riesenhype aus Amerika.

00:31:09: Ich kann das Wort gar nicht aussprechen.

00:31:11: Sema, Glutit und Ozzempik ist so die Wunderwaffe gegen die Volkskrankheit Übergewicht.

00:31:18: Wie siehst du das?

00:31:21: Also, wir haben immer mehr übergewichtige Menschen und auch immer mehr übergewichtige

00:31:26: Kinder und die Auswirkungen davon sind total katastrophal.

00:31:30: Also Herzkreisler vor Krankungen gehen in der Folge hoch.

00:31:33: Auch andere Probleme mit Gelenken und so weiter aufgrund des Höhenübergewichts.

00:31:38: Und das ist eine neue Volkskrankung, die auch enorme Kosten in der Zukunft produziert.

00:31:43: Und ich persönlich finde diese Medikamentöse Therapie total spannend und ich glaube, das

00:31:48: ist ein absoluter Game Changer, was die Adipositastherapie betrifft.

00:31:53: Aber es ist halt nicht für jeden gedacht.

00:31:55: Also ist jetzt nicht für jemanden gedacht, der glaubt, ich muss 5 Kilo abnehmen, damit

00:31:58: ich jetzt die perfekte Bademodenfigur habe.

00:32:02: Aber für Menschen mit einem BMI von über 35 kann das als zusätzliches Mittel durchaus

00:32:07: interessant sein, um dem zu helfen.

00:32:09: Also ich hab Patienten erlebt, die haben deutlich über 100 Kilo gehabt, einen deutlichen BMI

00:32:14: von über 35 Begleiterkrankungen, Diabetes, Herzkreislerverkrankungen, also Herzinfarkte,

00:32:21: alles Mögliche schon gehabt und den hat man alles probiert, damit die abnehmen und nichts

00:32:27: hat funktioniert und dann haben die dieses Medikament bekommen aufgrund ihrer Diabetes

00:32:31: und haben dann teilweise bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts verloren.

00:32:35: Und da muss ich schon sagen, da ist es schon sehr interessant, was sich da entwickelt.

00:32:41: Also um auf eine Frage zurückzukommen, ich glaube, man soll es nicht kollektiv für jeden

00:32:45: einsetzen und es ist nicht das Allheilmittel für alle Gewichtsprobleme, aber in speziellen

00:32:50: Fällen halte ich schon für sinnvoll und dass man momentan eine Magenopie bezahlt bekommt

00:32:55: von der Krankenkasse, um das Gewicht zu reduzieren.

00:32:59: Aber solche Medikamente nicht, das ist ein Ungleichgewicht und das wird man in der Zukunft

00:33:03: nochmal diskutieren müssen.

00:33:04: Als Begleittherapie nämlich hat es durchaus Perspektiven.

00:33:09: Es gibt ja auch diese Diabetes-Spritzen, die aus Nebeneffekt haben, dass man abnimmt.

00:33:13: Das sind die OZEMPIC und MUNJARO von einer anderen großen Farmerfirma, das sind Mittel,

00:33:20: die eigentlich zur Diabetesbehandlung hergenommen worden sind, aber die haben den Nebeneffekt,

00:33:26: dass man damit bis zu 20 Prozent Gewicht reduzieren kann, indem das Hungergefühl deutlich

00:33:31: weniger wird.

00:33:32: Also wenn man eine ordentliche Ernährungstherapie und Beratung macht, dann haben die Leute

00:33:37: weniger Hunger, viel weniger Hunger und wenn die dann zusätzlich noch merken, wie man

00:33:43: sich gesund ernährt, dann kann es einen super Effekt haben und ich habe damit vielen Ernährungswissenschaftler

00:33:49: noch darüber geredet und Diabetologen und die sagen, dieses Diabetes-Medikament war

00:33:54: das, diesen Nebeneffekt, dieser Gewichtsreduktion hat, diese zwei Medikamente sind momentan

00:33:58: im Gespräch, die haben Zukunftsperspektive und wir haben in Deutschland momentan so

00:34:05: ein bisschen noch den Eindruck, dass man glaubt, Adipositas, ich rede es nicht vom

00:34:08: leichten Übergewicht, das hat was mit mangelnder Selbstdisziplin zu tun.

00:34:13: Aber bei so richtig adipösen Menschen ist es eine akronische Erkrankung und das ist

00:34:17: auch medizinischer Konsens und immer denen zu sagen, ja, ist halt weniger oder mache

00:34:24: halt mehr Sport, damit hilft man denen nicht wirklich.

00:34:27: Und deswegen, wenn man Adipositas als eine chronische Erkrankung sieht, dann muss man

00:34:33: sagen, diese zwei Medikamente, die ich genannt hatte und die ursprünglich zu Diabetesbehandlungen

00:34:38: hergenommen worden sind, haben enormes Potenzial, um den Menschen auch am Ende zu helfen.

00:34:43: Aber natürlich nur in Rücksprache am Mitteln jeweiligen Arzt und ab 18 wahrscheinlich.

00:34:47: Also momentan sind die Medikamente, glaub ich, erst ab 18 zugelassen, aber es wird

00:34:53: auch in der Fachwelt diskutiert zu sagen, man kann es auch früher überlegen.

00:34:58: Aber nur in ganz ausgewählten Fällen und natürlich immer nur in Absprache mit dem

00:35:02: Arzt und wenn es mit einer Ernährungsberatung und einem entsprechenden Einwettung in anderen

00:35:08: Maßnahmen einhergeht.

00:35:10: Wir sehen halt schon bei manchen Kindern, die einfach enorm übergewichtig sind und

00:35:14: da ist die Karriere vorprogrammiert.

00:35:18: Wenn ein Kind schon extrem übergewichtig ist, dann bewegt sich es nicht, weiß ich es einfach

00:35:22: nicht bewegen kann, ist mehr und wird immer noch ein größeres Problem.

00:35:25: Und deswegen muss man schon auch sauber überlegen, wie man dann schon Kindern helfen kann, das

00:35:31: Körpergewicht zu reduzieren, damit es am Ende nicht zu dem absoluten gesundheitsselb

00:35:35: Backel am Ende kommt.

00:35:36: Arbeitet ihr da als Ärzte mit Lehrer zusammen?

00:35:38: Schade ist, dass es momentan viel zu wenig irgendwie gemeinsam gesehen wird.

00:35:44: Ich glaube die Vermittlung von Gesundheitskompetenzen, das wäre super, wenn es auch mehr in der

00:35:49: Schule vorkommen würde, nämlich Ernährung ist so der Schlüssel für vieles.

00:35:54: Ich merke in vielen Fällen, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, wie man richtig kocht

00:35:57: und wie das mit den Kalorien überhaupt ist.

00:36:00: Auch banale Wahrheiten, die kommen gar nicht mehr rüber.

00:36:03: Also wenn ich jemandem sage, hör mal zu, du darfst am Tag nicht mehr als 2200 Kalorien

00:36:08: als Mann essen, ansonsten nimmst du zu und rechnet es doch mal hoch und überleg doch

00:36:14: mal, wie viele Kalorien sind in einem Bier?

00:36:16: Dann sag ich 200 Kalorien in einem Bier, überleg mal, wenn du 2 Bier trinkst, wie viele Kalorien

00:36:21: du ja schon gegessen hast und auch, dass man 7000 Kalorien eigentlich einsparen muss,

00:36:26: im Mittel um 1 Kilo abzunehmen.

00:36:28: Das ist ja ein Haufen Zeug.

00:36:30: Und das heißt, dass man in einer Woche nur die Hälfte essen dürfte, um 1 Kilo abzunehmen.

00:36:36: Also wenn man 1000 Kalorien am Tag einsparen, dann hat man am Ende 7000 logischerweise.

00:36:40: Und die Vermittlung von solchen Alltagskompetenzen, wenn das in den Schulen irgendwie mehr vorkommen

00:36:48: würde, dann würde auch das tolle Auswirkungen für das Gesundheitssystem haben.

00:36:53: Deswegen, ich glaube, das wäre auch eine Sache, wo die Politik auch vielleicht den

00:36:57: größeren Augenmerk drauflegen könnte, Ernährung, den Schülern mehr Ernährungskompetenzen

00:37:02: und Gesundheitskompetenzen an den Schulen zu vermitteln.

00:37:05: Das wäre ein enormer Fortschritt für unsere Gesellschaft.

00:37:07: Wir hatten ihm eine Uschi-Klas-Jugast, die hat auch gesagt, dass sie mit Erschreckungen

00:37:10: festgestellt hat, dass irgendwie jedes dritte Kind ohne Frühstück zur Schule kommt, dass

00:37:13: die Ernährung zu Hause oftmals nicht gelehrt wird, in den Schulen dann logischerweise auch

00:37:18: nicht mehr.

00:37:19: Wann denn auch?

00:37:20: Wir haben keinen Personal nicht mehr dafür.

00:37:21: Ich glaube, da könnte man schon drüber nachdenken, externe Leute reinzuholen,

00:37:24: die so ein Coaching zu machen.

00:37:25: Weißt du, Martin, in vielen Fällen, auch Leute, die eigentlich glauben, dass sie sich gesund

00:37:30: ernähren, sich gerade was das Thema Übergewicht betrifft, nicht wirklich gesund.

00:37:34: Viele glauben, wenn sie ihren Kindern irgendwie einen schönen Fruchtjoghurt geben und zwar

00:37:38: ordentlich, dann ist es super.

00:37:40: Aber in der Medizin gilt die Dosis macht das Gift.

00:37:44: Und in diesen Fruchtjoghurt sind enorm viele Kalorien drin.

00:37:49: Und auch das Thema Sport.

00:37:52: Sport ist gut und wichtig.

00:37:53: Aber Sport allein führt in vielen Fällen nicht dazu, dass man sein Gewicht reduzieren

00:37:57: kann.

00:37:58: Wenn ich eine Stunde joggen gehe, so richtig heftig, kann ich maximal 500 Kalorien einsparen.

00:38:02: Das ist jetzt nicht so viel, weil viele gehen danach, irgendwie haben ein Mortskohldampf,

00:38:07: gehen nach Hause, essen mal wieder ordentlich, dann haben sie teilweise mehr gegessen, als

00:38:11: sie verbrannt haben.

00:38:12: Deswegen den Leuten zu erklären, wie das genau funktioniert mit der Ernährung, Gesundheitskompetenzen

00:38:19: zu vermitteln.

00:38:20: Das ist wichtig und deswegen sind auch Familien betroffen, die ihren Kindern eine Brotzeit

00:38:27: mitgeben.

00:38:28: Aber wenn ich dem Kind jeden Tag zwei Brotzeitbrote mitgebe und mittags gibt es ordentlich Nudeln

00:38:34: und abends nochmal sehr ordentlich, dann ist es einfach zu viel von den Kalorien her.

00:38:38: Und deswegen, glaube ich, wir bräuchten so eine richtige Offensive in der Gesellschaft,

00:38:43: um den Leuten zu vermitteln, wie man Ernährung besser hinbekommt.

00:38:46: Das ist ein mega, mega Punkt.

00:38:48: Da gebe ich dir total recht, Stefan.

00:38:50: Ich habe dir sehr, sehr schön formuliert.

00:38:51: Zum Ende des Podcasts, wahrscheinlich hast du es gerade schon gesagt und vielleicht ist

00:38:55: das gleiche Beispiel.

00:38:56: Ich weiß es nicht.

00:38:57: Wir entnehmen mit etwas Positiven.

00:38:58: Wir wollen positiv in die Welt rausstrahlen und gibt es irgendeine Initiative, wo du sagst,

00:39:03: da wollen wir mehr davon.

00:39:04: Da brauchen wir mehr davon.

00:39:06: Mehr Engagement in ein Thema.

00:39:09: Ich glaube, wir sollten in Deutschland nicht übermäßig Bedenkenträger sein.

00:39:16: Manchmal fehlt mir so ein bisschen die Zuversicht und der Mut.

00:39:19: Das ist in der Medizin so und bei uns Hausärzten auch.

00:39:24: Wir klagen oft, was alles schlecht in unserem Beruf ist.

00:39:27: Und wenn man immer nur klagt, dann findet man am Ende niemand mehr, der es auch machen

00:39:31: möchte.

00:39:32: Und ich glaube, das haben wir Lehrer und Ärzte gemeinsam, gerade wir Ärzte, die im ländlichen

00:39:38: Raum arbeiten, dass wir manchmal nur das Negative sehen und eigentlich gar nicht so

00:39:43: schöne, dass wir was mit Menschen machen und dass wir positiv was mit Menschen machen.

00:39:48: Wenn wir positiver uns selber sehen und positiv selber von uns reden, dann können wir am

00:39:54: Ende mehr wirken und unsere Sache in eine positive Richtung bewegen, als wenn wir immer

00:39:59: nur alles negativ sehen.

00:40:01: Deswegen, so meine Hoffnung wäre, auch wenn manche Sachen nicht optimal laufen, das Positiver

00:40:08: am Ende nicht aus den Augen zu verlieren, nämlich die Sache wird ja nicht besser, wenn

00:40:12: man einfach das Glas nur halb voll sieht, sondern halb leer sieht.

00:40:17: Man muss es ja irgendwie möglichst voll sehen, damit man irgendwie Spaß am Leben hat.

00:40:21: Sehr, sehr schön.

00:40:22: Wir sehen das genauso.

00:40:23: Ich würde noch den Punkt Wertschätzung draufmachen, dass man sich gegenseitig wieder mehr Wertschätzt

00:40:26: und den anderen auch so sieht, wie er so ist mit seinen Flügeln, die er hat.

00:40:30: Ja, und dass man das auch akzeptiert, wenn jemand anders ist als man selber ist ja oft

00:40:36: im Beruf so, da denkt man, boah, der nervt mich jetzt echt enorm.

00:40:40: Und sich dann irgendwie mal zurückzunehmen und zu sagen, dann lass ihn halt so sein,

00:40:44: wie er ist.

00:40:45: Ich glaube, das macht das Leben auch leichter.

00:40:47: So ist es.

00:40:48: Vielen Dank, Stefan, dass du da warst.

00:40:49: Jetzt haben wir unsere Unterrichtsstunde 45 Minuten, glaube ich, ganz gut voll bekommen.

00:40:53: Er hat richtig Spaß gemacht.

00:40:54: Und für die Hörerinnen und Hörer da draußen, wir hören uns wieder im nächsten Monat überall,

00:41:00: wo es Podcasts gibt.

00:41:01: Danke für die Einladung.

00:41:03: Gerne.

00:41:04: Das war Pausengong, der Bildungspodcast der KHEG Bayern.

00:41:14: Danke.

00:41:18: * Schreie *

00:41:20: [Musik]

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.